- mit dem Motorrad einmal um die Iberische Halbinsel rum -
Autoren: Martin B. + Kati F.
 
wann: 02.09. - 02.10.2003
wer mit wem:  
Martin S. (M2) + Ina Yamaha XTZ 660 Tenere
Martin B. Suzuki DR 750 BIG
Kati Suzuki DR 650 RSE
wie viel: 5161 km
 

[Reisebericht als pdf, 147 KB]

Start Dienstag, 02. September
Dresden-Berlin 230 km

13.00 Uhr sind wir fertig mit packen, zappeln herum, schlagen die Zeit bis 14.00 Uhr tot, um dann endlich loszufahren. Soviel Gepäck hatten wir noch nie. Wetter: irgendwas zwischen Sonne und Wolken, Temperatur zwischen 15 und 25 Grad. 15.00 Uhr wollen wir uns mit Ina + M2 an der BP-Tankstelle in Dresden treffen, um von dort aus gemeinsam nach Berlin Wannsee zu fahren. In der Stadt ist mal wieder Verkehrschaos, aber wir kommen trotzdem pünktlich am Treffpunkt an. Begrüßung, tanken, noch eine rauchen und los gehts mit Unterhose und Winterhandschuhen bei windigen 15 Grad. Gegen 18.00 Uhr treffen wir in Kleinmachnow auf dem Zeltplatz ein. Martin und M2 erkunden den Weg zum Autozug, derweil Ina und ich die Zelte aufbauen. Es ist ganz schön kalt. Aber es wird gegrillt und wir setzen uns unter einen Wärmepilz und freuen uns auf den Urlaub. Wir müssen morgen halb 9 am Bahnhof sein, weil die Mopeds zuerst aufgeladen werden. Wir kuscheln uns bei lässigen 8 Grad in unsere Schlafsäcke und die naheliegende Autobahn summt uns in den Schlaf.

Start in Dresden

Zeltaufbau in Berlin

Die Herren Martin

Mittwoch, 03. September,
Berlin-Bordeaux

7.00 Uhr drängelt sich das Weckerpiepsen in den Schlaf und so stehen wir, noch ziemlich müde, auf. Draußen ist es kalt aber es erwartet uns ein schöner Sonnenaufgang. Jetzt schnell die Zelte zusammenpacken und dann gehts los. Theoretisch zumindest. Denn M2 vermisst seine Brille. Nach einigem Suchen findet er sie im zusammengepacktem Zelt. Naja kann vorkommen um diese Tageszeit. Jetzt aber los, wir haben ja einen Termin. Das kümmert die Big aber gar nicht. Die Nachttemperaturen haben die Batterie müde gemacht und deshalb gibt der Motor nur ein unwilliges Ächzen von sich. Also Starthilfe durch M2. Naja kann vorkommen bei den Temperaturen...
Dann gehts aber wirklich los und wir sind trotzdem pünktlich beim Verladeterminal. M2 ist schon mal mit dem Autozug unterwegs gewesen und hat uns allerlei Abenteuerliches über die Verladung berichtet. Aber dass das untere Deck wirklich soooo niedrig ist, hätte ich nicht gedacht. Und so fahre ich meine Suzi bis an die Rampe und warte. Beide Jungs müssen sich mächtig klein + flach machen, um nicht mit dem Kopf anzustoßen (deswegen Helmpflicht!). Letztendlich klappt alles, die Kradels werden festgezurrt und dann heißt es noch ne dreiviertel Stunde warten. Und das am Bahnsteig 8 ohne Kaffeeautomat o.ä. Schade, schade - aber wer keinen Umsatz machen und seine Gäste zufrieden stellen will... Dann trudelt der Zug ein, wir schleppen wie die Mulis unser Gepäck zum letzten, ja wirklich zum letzten Wagon ("... geht ruhig weiter, lasst mich hier sterben..." Martin B.), nehmen unser Abteil in Beschlag und pünktlich 10.30 Uhr "legen" wir ab. Jetzt wird erst einmal ordentlich gefrühstückt, dann muss sich jeder irgendwie beschäftigen (lesen, rauchen, essen, schlafen, durch den Zug wandern, Pläne schmieden, Sorgen um die Mopeds machen, trinken...). Der Zug macht einige unkontrollierte Bremsbewegungen incl. einer Vollbremsung und wir hoffen, dass die Mitarbeiter der DB, wissen was sie tun. Gegen 23.00 Uhr klappen wir die Liegen aus und legen uns zur Ruhe.
Lustig so eine Zugreise mit Übernachtung. In Bordeaux sollen wir am nächsten Morgen gegen halb acht eintreffen. Nun dann. Gute Nacht.


Morgennebel über der Spree


"Morgenandacht"


Warten am Bahnsteig 8 ¾

Donnerstag, 04. September,
Bordeaux-Bilbao, 350 km

Wecken durch dezentes Klopfen des Zugbegleiters punkt 6:15 Uhr! Dann gibts Frühstück sponsored by DB, Ankunft in Bordeaux 7:45 Uhr. Wir sind die letzten, die den Zug verlassen, aber das ist auch egal, da die Abkopplung der Transporthänger noch ne Weile dauert. Kurze Einweisung wer wo seinen Pkw oder sein Krad abholen kann, großes Gewusel und Aufregung. Letztendlich sind wir auch die Letzten, die den Platz verlassen. Starthilfe für die Big ist auch wieder notwendig. War wohl doch kalt in der Nacht.
Wir fahren aus der Stadt raus, auf die Autobahn in Richtung Bayonne (F), über San Sebastian (S) und suchen uns ca. 30 km vor Bilbao einen Zeltplatz. Kurz vor Bayonne kommen wir in einen Riesenstau. Ein LKW hat die komplette AB mit seinem völlig verdrehten Anhänger gesperrt. Wir fahren bis ganz vor, an der schon kleinen Schlange wartenden LKWs und Autos vorbei. Der LKW hat die beiden Spuren millimetergenau dicht gemacht. Nicht mal so ein popliges Motorrad passt vorbei. Polizei ist schon da und wir warten und warten und warten. Zwischendurch regnet es immer wieder und ich schlafe sitzend auf der verdrehten Leitplanke. Als wir es uns gerade auf der Wiese gemütlich machen wollen, sagt der Oberpolizist, dass wir umdrehen können, weil 2km weiter vorn die Leitplanken aufgemacht wurden und der Verkehr auf die Gegenspur umgeleitet wird. Von Verwunderung einiger und Neid anderer begleitet, fahren wir durch die kreuz und quer stehenden Autos und LKWs und es geht endlich nach 3 Stunden weiter. Noch ein Stück Landstraße, ein kleiner Umfaller von mir beim Wendemanöver (der einzige im Urlaub!) und dann sind wir da. Der Zeltplatz liegt zwar nicht am Meer, aber am ersten Tag muss ja nicht gleich das Optimum gefunden werden, wir haben schließlich vier Wochen Zeit.


Ankunft in Bordeaux


Startschwierigkeiten nach der kalten Nacht im Freien


Der Autobahnverstopfer


warten - warten - warten


Zeltaufbau bei Sonne fetzt

Freitag, 05. September,
Bilbao-Santander-Comillas, 190 km

Wir schlafen lange, frühstücken lange und fahren irgendwann los - an der Küste entlang, eine wunderschöne Straße im Vergleich zu Frankreich. Die Gegend hat sich komplett geändert, alles ist grün und frisch und im Hintergrund rauscht das Meer. Dann wieder auf die AB um unbeschadet an Bilbao (ein riesiges Industriegebiet, laut Reiseführer) vorbei zu kommen. Ist auch die richtige Entscheidung, da die Spanier wohlbekannt ein temperamentvolles Völkchen sind. Auf- und Abfahrten, Autos fahren querfeldein und Sicherheitsabstände sind auf das Minimum reduziert (ca. 10cm). Hinter Santander, bei Torre Lavega fahren wir von der AB ab und wollen uns einen Zeltplatz am Meer suchen. Nach einiger Sucherei finden wir bei Comillas auch ein sehr schönes Plätzchen direkt am Wasser. Der Platz und das Städtchen sind so schön, dass wir beschließen morgen hier zu bleiben. Und da wir deswegen morgen nicht fahren brauchen, sitzen wir noch lange am Meer, palavern, essen, trinken. Ein paar Minuten Gedenken, weil Martin daran erinnert, dass heute unser Freund Jörg beigesetzt wurde.
Schließlich gehen wir gegen zwei ziemlich trunkig ins Bett.


Comillas - schönes Plätzchen am Atlantik


aufbauen, sortieren, gemütlich machen


Na? ist das Zelt dicht Herr Schöler

Samstag, 06. September,
Comillas

Schon den ganzen vergangenen Nachmittag hingen dicke Wolken am Himmel und so beendet ein Regenschauer unser Frühstück und treibt uns ins Zelt. Gegen 14.00 Uhr, das Wetter hat sich noch nicht gebessert, schreiten wir zur Stadtbesichtigung. Es ist erstaunlich welche Prunkbauten es in so einem kleinen Nest gibt, welches im Reiseführer gerade mal mit zwei Zeilen erwähnt wird. Riesiges Schloss (Palacio de Sobrellano), gruselige Kirche, Universität, Gaudi-Haus...
Abends wollen wir noch schön spanisch essen gehen. Dieses Volk isst aber erst ab 22.00 Uhr, das ist für unsere mitteleuropäischen Mägen etwas gewöhnungsbedürftig. Nach einigen Überbrückungsbier bekommen wir dann etwas. Nicht zu teuer, aber auch keine Supersonderköstlichkeit. Leider regnet es immer noch und wir rätseln, ob wir am nächsten Tag die Sonne wieder treffen. Der Wirt, den wir nach dem Wetterbericht fragen sagt, dass es ringsrum nicht toll aussieht und so lassen wir das Wetter Wetter sein und warten.
Am Zelt angekommen gibts noch ein Bier und dann ab ins Bett.

Universität von Comillas
Universität von Comillas

Palacio de Sobrellano
Palacio de Sobrellano mit hauseigener Kirche

Palacio de Sobrellano

Sonntag, 07. September,
Comillas-Luarca, 250km

Startschusswecken durch M2, der argwöhnisch die dunklen Wolken am Himmel beobachtet hat und der Meinung ist, dass wir schnell aufstehen und das Zelt in der Regenpause zusammen packen sollten. Martin schaut sich den Himmel kurz an und stimmt M2´s Plan zu. Doch wir haben Glück und können auch das Frühstück im Trocknen genießen. Dann kommt sogar noch die Sonne raus und wir starten Richtung Gijon. Wir fahren wieder teilweise Landstraße und teilweise Autobahn. Zwischendurch verfahren wir uns auch noch, weil die Straßen so neu sind, dass noch keine Ausschilderung vorhanden ist und landen gegen 16.00 Uhr in Luarca.
Der erste Zeltplatz, den wir anlaufen, wird von einer verbiesterten deutschen Frau, welche die Siesta preußisch genau nimmt, bewacht und sich lauthals beschwert, dass wir als fußmüde Krieger den Platz motorisiert begutachten... nichts wie weg hier. Daraufhin setzen wir uns erst einmal an die Hafenpromenade und trinken einen Café con leche. Nach ein bisschen Überlegung wird M2 zum Späher ernannt und auf Zeltplatzsuche geschickt. Er findet auch einen schönen und jetzt sitzen wir hier und machen dasselbe wie jeden Abend - sitzen, trinken, schnattern.
Die Landschaft ist immer noch eindrucksvoll und passt so gar nicht in das Bild, was man von Spanien hat (trocken, staubig, öde). Manche Orte mit ihren Flusstälern und kleinen Häusern erinnern eher an Skandinavien.
Morgen wollen wir den nördlichsten Zipfel von Spanien anfahren und uns dann nach Süden wenden.

Montag, 08. September,
Luarca-A Corunia, 240km

Wir stehen bei Regen auf, frühstücken bei Regen, packen im Regen und fahren im Regen! Den ganzen Tag! Dazu ist es noch windig, kurz vor Orkanstärke. Eigentlich wollten wir uns noch den nordwestlichsten Zipfel mit Fjorden, Leuchtturm & Co. anschauen, aber auf Grund der Regenlage halten wir uns etwas südlicher. Hinter A Corunia suchen wir einen Zeltplatz, leider gibts keinen am Meer, aber das würde man bei dem Wetter sowieso nicht sehen.
Jetzt sitzen wir unter der Plane, der Himmel fällt uns bald auf den Kopf und halten uns mit Galgenhumor "über Wasser". Morgen fahren wir Autobahn, soweit wie es geht - in den Süden. Und da soll das Wetter besser sein. Wir hoffen inständig.
PS: Die Häuschen im Norden Spaniens sind allerliebst, einige erinnern mich an Dänemark andere an die Bretagne. Das lustige dabei - das Haus totchic und dahinter auf der Wiese stehen die Kühe und Pferde neben dem Misthaufen. Nordspanien ist schon sehenswert, aber mit Auto/ Wohnmobil, ner großen Visakarte in der Tasche und einer Hotelroute auf der Landkarte. Zitat M.Polo: "Zu jeder Jahreszeit türmen sich im Norden hohe Wolken auf."


Verzweiflungslachen: wir halten durch und wenn es noch so regnet!


wichtiges Urlaubs-Utensil: Plae

Dienstag, 09. September,
A Corunia-Luoro, 130km

Wir fahren über kleine Dörfchen in Richtung Cap Finisterre. Gestartet sind wir gegen 13.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Die Straßen durch die kleinen Orte sind alle asphaltiert, was ich erstaunlich finde (Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher? wo?), da man hinter jeder Kurve vermuten muss, in einem Gehöft zu landen oder vor einer Kuhherde zu stehen. Das ist aber nicht der Fall. Es ist sehr schön, die Dörfchen niedlich und bei 20km/h hat man viel Zeit zum Schauen. Nach ca. 20km geht es wieder auf "normale" Landstraßen, die hier auch sehr gut ausgebaut sind. Kurz vor Finisterre halten wir am Hafen, trinken einen Café und ruhen unsere müden Glieder etwas aus. Cap Finisterre - das Ende der Welt und kleiner Touristentreffpunkt, aber doch schön anzuschauen.
Kurzer Einkauf und dann Zeltplatz suchen, es ist kurz vor 19.00 Uhr und ich bin schon ganz schön kaputt. Der eine Platz ist zu teuer, den anderen gibts nicht mehr. M2 fragt eine Kneiperin und die sagt, dass es in Louro (noch fast 30km) einen gibt. Also auf zur letzten Etappe für heute. Kurz vor besagtem Zeltplatz ist noch ein weiterer ausgeschildert (die beiden waren natürlich auf keiner Karte drauf). Den steuern wir an und es stellt sich heraus, dass das gar keine schlechte Entscheidung war. Der andere Zeltplatz liegt nämlich gar nicht am Meer wie wir später sehen. Wir bauen die Zelte auf, lauschen der Brandung und essen Thunfisch-Tomaten-Knobi-Salat. Natürlich selbst gemacht. Ich geh recht bald schlafen, schrecke in der Nacht wegen meiner "Regenphobie" auf, aber es sind nur die trocknen Blätter eines Baumes, die rascheln.
Morgen wollen wir einen Ruhetag am Meer einlegen, wenn schon mal die Sonne scheint...

Cap Finisterre - das Ende der Welt
Cap Finisterre - das Ende der Welt

Mittwoch, 10. September,
Luoro

Wir schlafen lange, die Sonne steigt auf Grund der westlichen Lage erst recht spät am Himmel auf. Ein Typ an der Rezeption teilt uns mit klar verständlichem Berliner Dialekt mit, dass das Brotauto in einer halben Stunde kommt. Und dann gehts an den Strand und in den Atlantik - beeindruckend was Wasser für eine Kraft hat, mannshohe Wellen bildet und auch noch salzig schmeckt. Freude pur, aufgeschürfte Knien gratis. Als Martin feststellt, dass das alles so schön ist weil kein Mensch da ist, kommt auch prompt ein Reisebus und schüttet einen Haufen Deutsche aus. Aber die verhalten sich ruhig. So lesen wir, braten in der Sonne, springen wieder in die Wellen und verpassen alle vier, dass das Wasser immer näher kommt und uns dann mit einem Schwapp trifft. Anfänger! Die Salzkrustenabduschaktion verzögert sich etwas, weil die Wasserleitung leider von Bauarbeitern gekappt wurde. Jetzt gibts Abendbrot und morgen gehts über die Schnellstraße weiter Richtung Süden, nach Portugal. Und vielleicht gibt es heute noch ein Doppelkopf-Revival ála Griechenland. Die Sonne geht ja erst 22.00 Uhr unter!
PS: Die Landschaft ist nach wie vor beeindruckend - der Atlantik, Fjorde und alles noch ziemlich grün. Obwohl es schon karger als im Norden ist. Aber da hat es ja auch immer geregnet.


warten auf das Bäckerauto


Atlantik und seine Gäste

Donnerstag, 11. September,
Luoro-Caminha (P), 200km

Der Doppelkopf-Abend fand statt und war sehr lustig.
Wir stehen gegen 9.30 Uhr auf, da wir heute ein paar Meter in den Süden kommen wollen. Wir starten gegen 12.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, die Lederhose wärmt schon nach ein paar Minuten gut. Erst mal muss die AB-Auffahrt gefunden werden, d.h. ca. 70km Landstraße, eine kleine Straße mit Millionen Kurven und mäßigen 30-40 km/h (aber nur für Ortsunkundige wie wir, die Spanier fahren fast auf zwei Reifen, egal ob PKW oder LKW). In einem Ort ohne wirkliche Ausschilderung, dafür umso mehr Verkehr und engen Straßen müssen wir erst mal einen Kaffee trinken und beobachten kopfschüttelnd die Fahrweise und Parktechniken der Einwohner. Die AB-Auffahrt ist dann schnell gefunden und wir schlängeln uns in den Süden. Bei Vigo werden alle Orientierungsnerven angespannt, da zwei Karten zwei mögliche Wege ausweisen. Bei der einen gibt es eine direkte AB nach Porto (P), bei der anderen wird sie noch gebaut. Also drei Runden auf der AB gedreht und irgendwann sind wir auf dem richtigen Weg - Portugal ist ausgeschildert. Einige Adrenalinstöße gibts wegen der noch wilderen Fahrweise als bisher bekannt (und schon gewöhnt). In Caminha suchen wir den ersten Zeltplatz auf, der ausgeschildert ist, drehen jeder eine Erkundungsrunde (wahrscheinlich sehr zur Freude der Camper) und entscheiden uns zu bleiben. Fahrerei reicht für heute. Kein Meerblick zwar, dafür ein kleines Restaurant mit moderaten Preisen und netter Bedienung. Mit spanisch kommen wir hier nicht weit und unser französisch ist schwer eingerostet. Aber wir bekommen trotzdem ein leckeres Abendbrot (Hamburger, Stockfisch nach Braz-Art). Mücken gibts, der Bauch ist voll, eine Stunde bekommt man in Portugal auch noch geschenkt, nun noch ein Weinchen und ne Runde Doppelkopf und dann Gute Nacht.
PS: Jedenfalls haben die Autofahrer hier einen totalen Knall, Martin hat das Gefühl am Ende unserer Kolonne in Lebensgefahr zu schweben. Rasend schnell werden die Autos im Rückspiegel größer und lauern mit 50cm Abstand auf die nächste Überholmöglichkeit. Scheinbar auf Grund mangelnder Geduld machen sie aber in der nächsten Kurve die dritte Fahrspur auf und überholen mit kaum wahrnehmbaren Abstand. Hoffentlich passiert nichts. Immer schön aufmerksam bleiben. Im Vergleich zu Spanien sind die Straßen schlechter. Der Belag glitzert oft "geheimnisvoll". Hoffentlich bekommen wir keinen Regen...


an dieser Stelle gab es Einpark-Vorführungen der Spanier = sehr kurzweilig

Freitag, 12. September,
Caminha-Peniche , 360km

Heute ist wieder Kilometerspulen angesagt. Natürlich ganz piano mit 12.00 Uhr Abfahrt und mehreren Pausen. Es ist so warm, dass der Fahrtwind wie ein Fön wirkt. Es sind 37 Grad im Schatten und sobald man anhält, stürzt der Schweiß aus den Poren. Pünktlich vor dem Sonnenuntergang kommen wir in Peniche ca. 100km nördlich von Lissabon an. Noch ein Bier und ne Backpfeife und ab ins Bett.

Samstag, 13. September,
Peniche-Estoril-Lissabon, 190km

Nach vielem Hin und Her entscheiden wir uns Lissabon ausfallen zu lassen. Nach dem Chaos vor zwei Jahren in Athen traue ich es uns nicht zu, unbeschadet durch eine südeuropäische Großstadt zu fahren. Deshalb wollen wir wenigstens ein paar "highlights" in der Umgebung mitnehmen. Die Landstraßenfahrt von Peniche wird schon zur Geduldsprobe. Wieder mal Dorf an Dorf, man kommt einfach nicht voran und dazu noch Temperaturen jenseits von gut und böse. Zwischendurch sehen wir noch einen Waldbrand. Eine riesige Rauchwolke steigt am Himmel auf und Feuerwehrautos und Hubschrauber sind unterwegs. Die Leute hier sind aber auch nicht helle. Dass Zigarettenkippen aus dem Autofenster geworfen werden, ist schon verdammt blöd, aber dass bei dieser Trockenheit irgendwelche Laubstapel und Felder "kontrolliert" abgebrannt werden, ist ein Zeichen für Einfalt.
Nach 120km erreichen wir gegen 14.00 Uhr den anvisierten Zeltplatz in Estoril (F1?). Martin wird unternehmungslustig und so lassen wir die Big mit vollen Gepäck auf dem Zeltplatz stehen und wagen uns mit der RSE nach Lissabon.
Die Anfahrt über die Autobahn ist unproblematisch. Wir reiten auf einer grünen Welle in die Stadt und sind schnell im Zentrum. Von der Autobahn in die Dresdner Innenstadt zu kommen, ist weitaus anstrengender. So kann man sich täuschen. Der Verkehr ist zwar dicht aber flüssig. Die Leute sind nett und halten auch mal die Spur für uns Ausländer frei. Wir sind begeistert. Von der westlichen Richtung angefahren wirkt Lissabon nicht so "molochig" wie andere Großstädte. Es gibt keine ausgeprägte Industrievororte dafür große Businessgebäude. Die letzte Abfahrt der A5 "Av.E.D. Pachero" führt direkt auf den Prada de Pombal. Hier gibt es eine großen Kreisverkehr mit Monument und weiter gehts in Richtung Tejo über Prada dos Restauradores, Rossio und Prada Commercio. Wir halten überall an und machen Fotos. Bevor wir in den Stadtteil Belem fahren, trinken wir am Rossio noch einen Cappuccino. Leider wird der "berühmteste Platz Lissabons" auch von Assis besucht, die ständig Geld und Zigaretten schnorren wollen. Die Typen haben wahrscheinlich einen bunten Strauß Drogen genommen, labern Passanten aggressiv an und hauen sich gegenseitig die Nasen blutig. Alles andere als gemütlich, obwohl auf der anderen Seite gerade schöne Live-Musik gespielt wird. Zwischendurch kommen noch ein paar seriös aussehende Männer vorbei und wollen uns dope verkaufen. Martin, dem die ganze Sache zu bedrohlich erscheint, drängt darauf zu fahren. Wir jockeln gemütlich in Richtung Belem, machen ein paar Fotos von der Christo do Rei und dem Golden-Gate-Vorbild (Brücke des 25. April). Den Torre de Belem erwischen wir auch noch (fast hätte ich ihn übersehen) und auch noch das Nationalmuseum. Es ist jetzt früher Abend und wir fahren wieder zum Zeltplatz. Einige Irrungen später kommen wir dort auch an und siehe da, die Big steht unversehrt mitsamt Gepäck da. Wunderbar. Alle Sorge im Vorfeld umsonst, aber wer kann das wissen?
Jetzt diskutieren wir, was an der Stadt nun eigentlich dran ist. Hinfahren lohnt sich, interessant ist es auf alle Fälle. Und wer sich besser als wir vorbereitet, findet garantiert noch viele schöne Ecken. Die Sehenswürdigkeiten stehen dicht beieinander, was ihren Besuch und den Weg dahin recht einfach macht. Trotzdem haben einige Häuser ihre Glanzzeiten schon hinter sich.
Alles in allem ein sehr schöne Stadt, in der man sich auch gut noch länger aufhalten kann. Und letztendlich ein sehr schöner Tag, wenn nicht gar der Schönste bisher.

Lissabon - Prada de Pombal
Lissabon - Prada de Pombal


Nationaltheater


links neben der Telefonzelle steh ich :o)


schnell mal rechts rangefahren + über den Tejo geschaut

Prada Commercio
Prada Commercio, hier wurden die Seefahrer verabschiedet

Brücke des 25. April
Brücke des 25. April


Nationalmuseum

 

Torre de Belem
Torre de Belem

Sonntag, 14. September,
Estoril-Serpa, 240km

Wir starten nach einer ameisigen Nacht und ordentlichem Frühstück gegen 11.00 Uhr in Richtung Beja. Übermorgen wollen wir uns mit M2 und Ina wieder treffen und zwar in Sevilla.
Wir entscheiden uns für die Route Setobel, Beja, Sevilla. Lager wollen wir in Serpa aufschlagen. Also erstmal auf die Autobahn, Lissabon umschippern (über die Brücke des "25. April" im Nebel drüber, die Wolken hängen heut tief über Stadt) und weiter bis Grandola, um dort auf der Landstraße weiter gen Osten zu reisen. Es ist wieder heiß (35 Grad) und die Landschaft passt sich langsam den Temperaturen an. Die Bäume werden spärlicher, der Boden sieht aus wie Sandstrand und das Gras ist gelb. Zwischendurch immer wieder Kuh- und Schafherden und abgeschälte Korkeichen. Ein paar Olivenbäume hab ich, glaub ich, auch gesehen - aber Plantagen wie in Griechenland gibts keine. Ab der Landstraße wird es spannend. Der spärliche Baumwuchs wird noch spärlicher und die Straße geht fast schnurgeradeaus. In einem plötzlich erscheinendem Dörfchen tanken wir und kichern wegen der Einöde wie in einem Westernfilm. Fehlt nur noch ein Heuballen, der durch den heißen Wind über die Straße purzelt, gefolgt von einem hungrigen Aasgeier. In Beja wollen wir uns die kleine historische Altstadt anschauen. Klein ist sie, historisch sicherlich auch, aber nirgends ist ein Café zu finden. Also fahren wir weiter. Das ist schwieriger als gedacht; Beja will uns nicht so schnell gehen lassen. Aber nach Ehrenrunden durch schmale Kopfsteinpflastergässchen gelingt es.
Wir erwarten vom Zeltplatz in Serpa nicht viel, ähnlich einer Oase mit Zaun rundrum inmitten einer eindrucksvollen Einöde. Aber weit gefehlt. Zutage tritt ein kleines aber feines Städtchen sogar mit Aquädukt. Der Zeltplatz ist okay und die Rezeptionstante sagt irgendwas vom Swimmingpool. Wir finden keinen und gehen in das Kneipchen gleich um die Ecke. Und was sehen wir? Direkt gegenüber gibt es ein Schwimmbad! Und für uns als Zeltplatznutzer ist der Eintritt sogar frei. Also Badesachen eingepackt, in den Pool gesprungen, die hiesige Dorfjugend beobachtet, danach einen Stadtrundgang mit anschließendem Abendbrot in der Kneipe. Zweimal Fisch, drei große Bier, einen Espresso und zwei Martini Rosso für 21,- Euro! Zu allem Überfluss kostet der Zeltplatz auch bloß 6 Euro. Echt billig hier in der portugiesischen Pampa.
Alles in allem ein überraschender Tag.

Grandola
Landstraße ab Grandola


Ruhe, Einsamkeit, Schönheit

Beja
Luftzapfanlagen können auch so aussehen, aber nur im portugiesischem Hinterland ehemals schönes Bürgerhaus in Beja

Burg von Beja
Burg von Beja


im Tal liegt Serpa

Serpa
Aquädukt in Serpa


Straßenbepflanzung

Serpa
Serpa, ein kleines hübsches Städtchen

Montag, 15. September,
Serpa-Sevilla, 230km

Die Nacht war nicht so berauschend. Die hiesigen Hunde gaben ein stundenlanges Bellkonzert, dann kam ein ziemlicher Wind auf (oh Schreck, aber kein Regen), dann weckte mich Martin rigoros, weil er glaubte, ihm sei ein Tier ins Ohr gekrabbelt (war aber nicht)...
Wir starten gegen 11.30 Uhr und wollen über die Landstraße nach Sevilla fahren. Die Landschaft ist der Hammer - große Weideflächen mit schwarzen Kühen (oder Stiere?), Pferdekoppeln, leichte Hügel, alles in grün und gelb. Wäre das Gelb Rot und nur die Hälfte der Leute unterwegs, hätte ich einen Vergleich mit dem australischem Outback gewagt. Die Straße ist klasse ausgebaut, die Hälfte besteht aus schönen Kurven. Das Fahren macht Spaß!
Gegen 16.30 Uhr treffen wir auf dem Zeltplatz bei Sevilla ein, direkt neben der Autobahn und dem Flughafen. Eine exklusive Lage also. M2 und Ina sind auch gerade erst angekommen und haben eine frohe Botschaft für uns. In einer Stunde fährt ein Bus vom Zeltplatz in die Stadt (der Bus hält direkt vor dem Ministerium) und bringt uns 22.00 Uhr wieder zurück. Und das ganze für 4 Euro.
Und los gehts zur Stadtwanderung, am Ministerium vorbei, durch die Uni in Richtung Kathedrale und Alcazar. Die Burg ist geschlossen und der Innenhof unspektakulär. Zum Garten kommt man leider auch nicht. Dafür ist die Kathedrale umso eindrucksvoller. Ist wohl die Kirche mit der größten Grundfläche Spaniens und jeder durfte daran mal bauen, ergo alle möglichen Stilelemente sind miteinander verbaut. Wir spazieren durch die Stadt, durch kleine Gässchen, durch die auch wirklich noch Autos wollen obwohl gerade mal 2cm Platz neben den Außenspiegeln ist. Aber für einen Spanier ist das jede Menge Platz zum fahren. Nach fast drei Stunden sind wir wieder an unserem Ausgangsort, setzen uns in eine Kneipe, ruhen die heißen Sohlen aus und freuen uns über das Spektakel der anderen Besucher. Es gab nämlich eine Demo gegen die Schließung einer Tabakfabrik und die Auflösung jener fand fast direkt vor der Kneipe statt. Also kamen einige Demonstranten im Anschluss noch hierhin, um lautstark zu debattieren. Sehr interessant. Der Bus kommt pünktlich und setzt uns vor dem Zeltplatz ab. Wir verdauen noch kurz das Gewusel der Stadt und legen uns beim Lärm der auf Sichtweite landenden Flugzeuge zur Ruhe.
Sevilla ist sehr schön. Als Fußgänger bekommt man eben einen anderen Eindruck von einer Stadt als fahrenderweise.

Ministerium Sevilla Universität in Sevilla
Ministerium Sevilla Universität in Sevilla


spanische Studenten?


Kathedrale


eine Seville-Stadtrundfahrt ist auch in der Pferdekutsche möglich


wartender Tourist M2


Kleinbiertrinker

Dienstag, 16. September,
Sevilla-Tarifa, 230km

Vom Flugzeuglärm geweckt, packen wir unseren Kram zusammen und machen uns auf den Weg nach Tarifa. Auf der Autobahn sehen wir wieder Feuer. Die Rauchwolken hängen vor der Sonne und wir fahren durch eigenartig getrübtes Sonnenlicht. Vor Cadiz biegen wir auf die Landstraße ab. Ich sehe zwei Gauchos (oder wie heißen die Kuhhirten in Spanien?), die gerade lässig leger auf nem Pferd sitzend, natürlich mit Hut, eine schwarze Kuh- oder Stierherde zusammentreiben. Und das alles vor einem gelblichen Bergpanorama. So ähnlich sieht es in Mexiko bestimmt auch aus.
Der anfangs leichte Wind wird immer stärker und böiger. Zum Schluss fahren wir mit abenteuerlicher Schräglage nur noch 80 km/h. Wenn ein LKW entgegenkommt, fliegt der Helm samt Kopf hektisch und unkontrolliert durch die Gegend.
Wir fahren in die Stadt, decken uns mit Lebensmitteln ein (Lidl mit Pferden vor Bergkulisse), melden uns am Zeltplatz an und können vor Sonnenuntergang noch einen Blick auf Afrika werfen. Schon faszinierend. Der Wind hat übrigens nicht nachgelassen und so werden wir und das Zelt ordentlich durchgepustet.
Noch ne Runde Doko und dann ab ins Bett.


der ultimative Zeltplatz zwischen Flugplatz und Autobahn


Das nennt man gesunden Schlaf ...


... trotz Flugzeuglärm

Tarifa
Weiterfahrt nach Tarifa

Tarifa
Hafeneinfahrt in Tarifa, hier gehts nach Afrika


windig von schräg nach rechts


Lidl mit Pferden (folge dem Pfeil)

Mittwoch, 17. September,
Tarifa

Heute passiert nicht viel. Wir sitzen am Meer und lesen. Afrika hält sich hinterhältigerweise mit Wolken bedeckt. Der Wind zeigt sich auch wieder von seiner besten Seite. Das nervt ganz schön, wenn man am Strand liegt, gesandstrahlt wird und die Zeltbahn einem von links und rechts um die Ohren fliegt. Aber eben gut für die Surfer, die es hier zu hauf gibt. Nicht um sonst wird in Tarifa die Windsurf-WM ausgetragen; die werden schon wissen warum.
Nachmittags fahren wir ins Städtchen rein, Bier und Wein kaufen. Man brauch ja schließlich bei den Temperaturen genügend Flüssigkeit. In einer kleinen hektischen Kneipe trinken wir noch einen café con hielo und fahren zum Zeltplatz zurück. Nach einem großen Krug Sangria gehen wir schlafen.

Donnerstag, 18. September,
Tarifa-Ronda-Torre del Mar (Malaga), 316km

Der heutige Plan sieht vor, einen Abstecher nach Ronda (eine der ältesten Siedlungen Spaniens) zu machen - eine Marco-Polo-Information. Nach Ronda führen ca. 80km Landstraße von der Autobahn. Diese Straße hat es auch in sich. Teilweise gut ausgebaute weite Kurven aber auch ca. 2m breite Serpentinen. Als dann noch eine Baustelle inkl. Umleitung kommt, ist es eigentlich der Kurven genug. Aber egal. Die Landschaft belohnt diesen Abstecher allemal, was man von Ronda nicht sagen kann. Kaum im Stadtzentrum angekommen, begrüßen uns Mc.D. und Heerscharen von Japanern, natürlich mit der ultimativen Fotoausrüstung. Was ist denn hier los? Bloß schnell Gas geben und weg.
Als wir bei Marbella wieder auf die Autobahn stoßen (was für eine Stadt! mit Golfplätzen und Schickimicki) ist es bereits 18.30 Uhr, eigentlich genug für heute. Aber wir wollen und können schlecht auf einem Golfplatz übernachten. Also ab in Richtung Osten.
Es ist schon bemerkenswert, was die Tourismusindustrie aus diesem schönen Landstrich gemacht hat. Einfach nur abartig wie sich Golfclub XY an Beachclubs und Hotelburgen reiht. Und das alles über mehrere hundert Kilometer.
Diese Feststellung nutzt uns aber auch nichts, denn wir brauchen immer noch ein Lager. Bei Malaga kommen wir in einen dicken Feierabendstau. Gegen 21.00 Uhr checken wir nach langer Suche in Torre del Mar auf einem Zeltplatz ein. Nach einem kurzen Besuch in der Zeltplatzkneipe legen wir uns total müde hin. Da wir aus Faulheit wieder mal kein Zelt aufgebaut haben, werden wir mit Schwärmen von Mücken konfrontiert. Naja Pech gehabt. Zumindest sind die Tierchen nicht aggressiv, so dass die Stiche bis zum nächsten Morgen wieder verschwunden sind.


auf dem Weg nach Ronda


karstige Gegend, aber imposant

Ronda
kurz vor Ronda

Freitag, 19. September,
Torre del Mar (Malaga) - Cabo de Gata, 250km

Weiter gehts auf der E 15 in Richtung Osten. Die Tourismusindustrie macht der Landwirtschaft platz. Über Kilometer ziehen sich die Plantagen am Meer hin. Wahrscheinlich zur Erhalt der Feuchtigkeit sind sie mit weißem Kunststoff bedeckt. Die Landschaft wird immer karger und trockner. Die Ausläufer der Sierra Nevada werden nicht umsonst  mit einer Wüste verglichen.
Als wir am süd-östlichsten Zipfel Spaniens ankommen, gleicht die Umgebung einer Mondlandschaft. Kaum Flora und Fauna, absolut lebensfeindliches Gebiet und das in Europa. Wer hätte das gedacht?
Zum späten Nachmittag nehmen wir einen Zeltplatz in dieser kargen Gegend. Morgen werden wir weiter gen Norden fahren; so richtig schön finden wir es hier nicht, nur interessant.

Almeria
überraschender Ausblick bei Almeria  


Schattensitzer (das hatten wir doch schon mal?)


am südöstlichsten Zipfel von Spanien

Samstag, 20. September,
Las Negras, San José (Cabo de Gata)

Nach einigen Hin und Her beschließen wir heute Vormittag, dass wir keine Lust haben zu fahren und deshalb noch bleiben. Irgendwie hat dieses Eckchen Land doch seinen besonderen Reiz. Bis zum Nachmittag liegen wir am Strand, baden und lesen. Eigentlich ist es doch recht nett hier, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat. Eben kein Standard-Tourismus und viel Ruhe.
Nach einem cafe con hielo in der Strandbar fahren wir zu einer kleinen Foto- und Einkaufstour los. Gestern hat Martin eine detaillierte Karte der Gegend bekommen, auf der auch ein Weg um den hiesigen schon erloschenen Vulkan eingezeichnet ist. Als erfahrene Reiseenduristen beschließen die Martins den Schotterweg zu fahren. Wir Mädels fahren als Sozia mit. Am Anfang ist alles recht einfach. Die Jungs sagen, dass man das auch mit einer ollen 1100 GS schaffen würde. Als uns dann noch ein neuer Golf IV entgegen kommt und nach dem Weg fragt, sind alle Zweifel an der Befahrbarkeit des Weges hinweggefegt. Doch es kommt wie es kommen muss, der Weg wird immer enger, steiniger und steiler. letztendlich dürfen Ina und ich absteigen (das ist uns auch angenehmer) und die zwei Martins befördern ihre Motorräder über Geläuf, das eigentlich Profis mit Sportenduros vorbehalten wäre. Mit viel Schweiß und Vorsicht kommen wir dann doch unbeschadet am Ende des Pfades an (okay es war eine Sackgasse, aber Gott sei Dank kam ein hemdsärmliger Quadfahrer vorbei geflogen und wies uns so indirekt den Weg; das wollte ich hier aber nicht auch noch erwähnen). Also tun wir den kleinen Ausflug als Abendteuer ab und als Begründung mit Enduros im Urlaub zu sein :o)
Abends sitzen wir wieder am Strand und gucken in die Sterne, die es hier haufenweise gibt. Der zusätzliche, fast nur widerwillig angenommene, Tag in Las Negras hat sich gelohnt.


Und hier kam uns ein Jogger mit einem freundliche "Hola" entgegen.


anspruchsvoll (noch zeigt sich M2 siegessicher)


leider ne Sackgasse da unten


Wie nun weiter? Wieder zurück ...?

Sonntag, 21. September, 290km
Las Negras, San José (Cabo de Gata) - Alicante

Heute morgen werden wir durch Geschirrgeklapper der Nachbarn geweckt und irgendwie ist es beim Packen gar nicht so "kalt" wie gestern. Schlappe 35 Grad. Wir fahren auf der Autobahn in Richtung Alicante weiter. Die Landschaft ist öde bis langweilig. Links zwar ein paar hohe Berge, die AB geht durch ein breites Tal, welches schon schwer bebaut wurde, Industrie und Orangenplantagen. An einem Rastplatz werden wir von zwei Zigeunerkindern angeschnorrt, derweil die Eltern (?) im Schatten der Bäume schlummern. "Gib mir Wasser! Bäh, das ist nicht kalt genug!" Na also so was? Da müssen wir doch im nächsten Urlaub einen Kühlschrank mitnehmen.
In Elche/ Elx fahren wir von der Autobahn ab, die Stadt ist mit Palmen zugepflastert und am Stadtrand gibt es einige sehr schöne Villen (hätte ich auch gern). Hinter Alicante suchen wir einen Zeltplatz, fahren vorbei an Salinen und badenden Flamingos. Der Zeltplatz ist die Wucht in Tüten! Aufgekauft von Dauercampern, die wahrscheinlich schon seit 30 Jahren hier sind. Das Fleckchen für unsere Zelte müssen wir suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Nicht so doll, aber wir machen das Beste daraus.
Morgen gehts weiter in den Norden und wir wollen und das wunderschöne Städtchen Benidorm anschauen. Laut Reiseführer wohl eine riesige Tourismushochburg mit Skyline ála Las Vegas. Na und so was spektakuläres lassen wir uns doch nicht entgehen.

Montag, 22. September, 220km
Alicante - Benidorm - Valencia

Wir fahren auf der Landstraße an der Küste entlang, kommen jedoch schlecht vorwärts. In Benidorm werden die Erwartungen nicht enttäuscht. Engländer gibt es zuhauf, halbnackt, tätowiert und dick. Wir essen Burger und Chips (typisch spanisch oder?) und fahren bis kurz vor Valencia weiter. Eigentlich wollen wir in der Nähe des Naturschutzgebietes campieren, aber wir finden nichts geeignetes, zumindest nicht am Wasser. Und das wollten wir ja. Bei Einbruch der Dunkelheit quälen wir uns eine geschlagene halbe Stunde mit dem Nachtwächter eines Zeltplatzes rum, bis er endlich begriffen hat, wer wir sind, was wir wollen und warum. Schnell noch was gegessen, weil es sehr nach Regen "riecht". Bald darauf fängt es auch mörderlich an zu regnen.

Benidorm
Benidorm

Dienstag, 23. September, 200km
Valencia - Barcelona

Es regnet und regnet und regnet. Nach und nach schleppen wir unsere Sachen in die Toilette, um dort zu packen. Die Mopeds bekommen wir leider nicht hier rein. Wir entscheiden uns erst mal für ein kleines Frühstück in der Cafeteria und hoffen auf das steigende Barometer. Und wirklich - nach einer Stunde hat der Regen aufgehört und die Sonne kommt raus. Also nix wie die Sachen aufgeschnallt und ab auf die Autobahn in Richtung Barcelona. In Orepesa finden wir mitten in der Stadt einen Zeltplatz. Nicht ganz übel und wir sind die einzigen Gäste. Abends schlumpern wir durchs Städtchen, machen einen kurzen Abstecher in die Touristinformation und stellen fest, dass ein paar Kilometer weiter einen Zeltplatz gibt, der direkt am Strand liegt. Tja Information ist eben alles. Leider war auf unseren Karten nur einziger Zeltplatz eingezeichnet. Wir kehren in einer kleinen Kneipe, von denen es hier einige gibt, ein und lassen uns auf Tapas ein. Wir können kein Wort spanisch, geschweige dennoch katalanisch. Und so ist die Karte geschrieben. Also von oben nach unten - und es ist lecker!. Etwas später stoßen Ina und M2 zu uns und ein neuer Krug Sangria wird geordert. Nun gut, der Zeltplatz liegt mitten in der Stadt, dafür gibts hier lecker Essen. Auch nicht schlecht.


Der Inspekteur des Stadtzeltplatzes

Mittwoch, 24. September, 150km
Orepesa - Barcelona

Die Autobahn nach Barcelona kostet uns 13 Euro. Dabei war sie noch nicht mal gut. Circa 50 Kilometer vor Barcelona kennen Ina und M2 einen Campingplatz mit Meerblick (Cuma Ruga). Dort finden wir auch ein schönes Plätzchen und bleiben.

Donnerstag, 25. September
Cuma Ruga

Heute ist Faulenzertag und dementsprechend passiert außer essen, lesen und beachen nix nennenswertes. Ach ja - eine Wasserleiche wurde angespült. Die hiesige Polizei war sehr entspannt und es dauerte fast eine Stunde, bis jemand mal auf die Idee kam, die Leiche mit einem Tuch abzudecken. Hm, andere Länder ...

Cuma Ruga
Zeltplatz in Cuma Ruga

Freitag, 26. September
Cuma Ruga - Barcelona

Heute fahren wir mit Bus und Bahn nach Barcelona. Dort angekommen steigen wir in die Metro um und fahren zur Sagrada de Familia. Wir staunen nicht schlecht über Gaudis Bau, stärken uns mit Café und laufen bis zum Park Güell. Dort gibts eine kleine Picknickpause und dann wird der Park erkundet. Was der Herr Gaudi sich dabei wohl gedacht hat? Jedenfalls eindrucksvoll und sehenswert und einen schönen Blick auf die Stadt gibts gratis. Dann stiefeln wir wieder Richtung Zentrum über große Einkaufsstraßen (die Leopoldstraße in München erscheint dagegen ländlich), die Rambla (hier gibts alles zu kaufen: Blumen, Bilder, alle möglichen Sorten Vögel, was zu essen und Haschisch) und über das Gotische Viertel. Mittlerweile ist es fast dunkel und wir setzen uns in eines der tausenden Straßencafes in den kleinen Gässchen, zuppeln einen Topf Sangria, schauen den Straßenkünstlern zu und machen uns gegen 21 Uhr auf unsere einstündige Heimreise per Zug. Wir sind ganz schön fuß- und kreuzlahm, aber alles in allem war es sehr schön. Barcelona hat zwar den Straßenverkehr einer Millionenstadt, aber das "Fußvolk" scheint sehr entspannt zu sein. Freundlich, lächelnd. Hier könnte man es sicherlich noch eine Weile aushalten und wenn es nur zum shoppen ist. Das kann man hier zur Genüge und von allerfeinster Sorte!

Barcelona
Fertig für Barcelona?


erst der Bus, dann die Bahn

Sagrada de Familia
Sagrada de Familia  

Park Güell
Park Güell

  Platz im Park Güell mit Blick auf Barcelona


Fliesenlegemeister Gaudi


Deckenfliesen

Wandfliesen, zerstückelt und wieder zusammen gesetzt

Kultur macht müde

La Rambla
Tauben-Marktplatz vor "La Rambla"


warten auf die Metro, fußlahm aber glücklich

Samstag, 27. September
Cuma Ruga

Wir tun den ganzen Tag wieder nix, müssen uns schließlich von der gestrigen Lauferei erholen. Eigentlich wollten wir uns noch mal an den Strand legen, aber leider spielt das Wetter nicht mit. So danken wir auf diesem Wege allen Dauercampern dieser Welt mit Vorzelt, die nicht da sind. Wir planen noch schnell eine Seite des Vorzeltes ab und verbringen gut bedacht den Tag.

Sonntag, 28. September, 280km
Cuma Ruga - Figueres

Wir fahren über die Autobahn, um unbeschadet an Barcelona vorbei zu kommen. Leider ist die Stadt doch ziemlich groß, hat viele viele Baustellen und die Ausschilderung ist irreführend. Alle Wege führen nach Tarragona. Dann springt auch noch M2s Kette mitten auf der Autobahn runter. Schnell auf dem Standstreifen angehalten, gebaut und weiter. Bei Matao biegen wir Richtung Meer ab, weil die andere Route zu bezahlen wäre. Doch unsere gewählte Strecke ist dann auch mit Maut und so fahren wir auf der Landstraße weiter. Die NII ist nicht so doll. Tourinester, die vor einiger Zeit vielleicht mal schön waren. Dann fängt es auch mal wieder an zu regnen und zwar ordentlich. Einige Bäume hat es gewaltig entästet. Erst nachdem wir komplett durchgeweicht sind, kommt eine Tankstelle, an der wir uns die Regensachen anziehen können. (Ziemlich schwieriges Unterfangen mit klammkaltnassen Händen in die Handschuhe wieder reinzukommen, aber Trick 17, ich hab einfach ein paar Ölhandschuhe von der Tanke drunter gezogen.)
Hinter Figueres (Roses) müssen wir eine Weile suchen, bis wir einen Zeltplatz finden, der noch geöffnet hat. Es ist schon dunkel, beim Einfahren springt Martins Big nicht mehr an (was issn das?), schnell das Zelt aufgebaut, in der Kneipe geabendbrotet, Karten gespielt und mit Schwips ins Bett.

Montag, 29. September, 210km
Roses - Pyrenäen - Roses

Während M2 und Ina das Dali-Museum in Figueres anschauen, machen wir eine Tour durch die Ostpyrenäen. Das Wetter ist etwas besser geworden, doch so richtig doll ist es nicht. Aber egal, wir fahren erst mal los. Je weiter wir von der Küste wegkommen, desto grüner und bergiger wird es. Der Vergleich zu den Alpenländern liegt nahe. Die Straßen sind gut ausgebaut und so kommen wir zügig voran. Martin hat sich eine Tour über den Pass XY (1600m) ausgedacht und so fahren wir immer weiter Richtung Himmel. Bei einer Pause auf 1400m, es ist schon empfindlich kalt, versagt das vormittags geflickte Anlasserrelais wieder. Nur das diesmal der Anlasser ununterbrochen läuft. Hektisch klemmt Martin das +Kabel von der Batterie ab, die ja eh schon schwächelt, ein bisschen improvisiert und es kann weiter gehen. Kurz bevor wir den Pass erreichen, fahren wir in die Wolken. Es ist nur noch 8 Grad und da wir ohne Futter in der Jacke, kurzärmlig und mit Sommerhandschuhen unterwegs sind, frieren wir wie die Schneider. Auf dem Pass steht ganz unspektakulär ein olles Schild und spannenderweise ist auf dem französischem Schild (der Pass markiert die spanisch-französische Grenze) der Pass 100 Meter niedriger ... na wer da wohl Recht hat?
Leider fängt es bei der Abfahrt auch noch an zu regnen und so stochern wir total verfroren wieder gen Tal. Ich hab für heute ganz schön die Nase voll. Die erste Hälfte auf den Berg rauf hat ja Spaß gemacht, aber dann war das Wetter ganz einfach kacke. Nach der Tour wollte ich gleich mein Motorrad verkaufen, aber diese Ambitionen haben sich schnell wieder gelegt. 
"Zu Hause" gibts eine warme Suppe, einen Liter Sangria und dann Nachtruhe.


schnell mal das Anlasserrelais gebaut und dann ab in die Pyrenäen


nachfrühstückliche Routenplanung

Pyrenäen
Vorland der Pyrenäen


in den Bergen wird es schon empfindlicher kühler


ganz oben bei 8 Grad und Nieselregen

Dienstag, 30. September, 150km
Roses - Narbonne (F)

Heute gehts auf die letzte Etappe Richtung Autozug. Wir fahren auf der NII über die Grenze. Es sieht hier nicht viel anders als an der polnischen Grenze in Bad Muskau aus. Tankstellen, Krimskrams-Läden und Supermärkte. Bei den Preisunterschieden zwischen Frankreich und Spanien allerdings auch kein Wunder. Wir fahren bei einsetzendem Nieselregen in Frankreich ein, trinken einen teuren und nicht leckeren café au lait und phantasieren wie wir unseren Urlaub noch verlängern könnten. Aber was soll's  - vorbei ist vorbei.
In Narbonne erfragen wir den Weg zum Autozugterminal und suchen uns dann in der Nähe einen Zeltplatz. In der Nacht setzt, wer hätte es gedacht, ein schweres Unwetter ein. Das Zeltdach wird durch die Windböen fast einen halben Meter nach unten gedrückt, dazu noch starker Regen. Verdammt ungemütlich. Doch das Zelt hält stand und es fällt uns kein Baum aufs Dach.
Naja, das Wetter macht den Abschied etwas leichter.

Mittwoch, 01. Oktober
Heute ist Verladetag. Im Gegensatz zu Berlin läuft hier einiges etwas langsamer aber auch kontrollierter. An die 30 Motorräder wollen mitfahren und viele viele Autos. Das spannendste jedoch ist, dass wir die Karren selber verzurren sollen. Scheinbar auf Grund von Personalmangel. Danach kommt bloß noch das Fachpersonal zur Abnahme vorbei. Das war in Berlin eindeutig komfortabler. Da haben die Männer die Motorräder schnell und versiert gesichert.
Dann gibts auch noch eine Bustransfer vom Verladeterminal zum Hauptbahnhof. Die ersten zwei Shuttles werden von den älteren zumeist deutschen Herrschaften okkupiert. Aber wir haben Zeit und es kommt noch ein dritter. Wir buckeln unsere Packsäcke und den ganzen Kram, der nicht auf den Motorrädern verbleiben kann, durch die Gegend. Fähre fahren ist eindeutig komfortabler.
Jetzt sitzen wir im Abteil und trinken Wein und Bier und spielen wieder Doppelkopf.
Prost Feierabend! Hoi Poloi

Fazit:
Wir haben unseren Plan, einmal um die Iberische Halbinsel zu fahren, verwirklicht. Da wir keine genauen Vorstellungen von Portugal und Spanien hatten, sind wir mehr oder weniger ohne Ziel losgefahren.
Mit dem jetzigen Wissen und Gesehenem würden wir einige Dinge anders machen und planen. Zum Beispiel lohnt es sich sicher drei Wochen in Norden Spaniens rumzustrolchen (wenn es das Wetter zulässt), die Ostküste Spaniens kann man sich schenken, wenn man nicht einen geruhsamen Badeurlaub verbringen will. Im Landesinneren waren wir fast gar nicht und da gibt es 100%ig noch viel zu sehen. Durch Portugal sind wir mit Ausnahme Lissabon auch eher durchgefahren. Dafür müsste man sich mehr Zeit nehmen. Wenn mich jetzt jemand fragt, ob Spanien oder Portugal schöner ist, kann ich es nicht sagen, da ich von Portugal eben nur die Hauptstadt und etwas "Hinterland" gesehen habe.
Also vorher einen Plan machen und viel mehr Zeit haben. Es ist eben doch ein großes Stückchen Europa.

Tipps:
Für Stadtbesichtigungen sollte man sich vorher Zeit für die Recherche nach Fahrmöglichkeiten nehmen, denn eine Stadt zu Fuß zu erkunden ist ein ganz anderes Gefühl als mit dem Motorrad durchzufahren.
Sich alle schönen Ecken Spaniens im vertretbaren Zeitrahmen anzusehen, ist nicht möglich. Daher sollte man sich vor der Reise gut überlegen was man will.
Wer Tourigebiete nicht leiden kann, sollte sich auf jeden Fall die Ostküste und weite Teile der Südküste sparen (Cabo de Gata ist sehenswert).
Die Preise im Landesinneren sind deutlich günstiger.
Wildcampen an den Küsten ist kaum möglich.

Allgemeines:
Preise
Liter Super 80 Cent in Spanien , 95 Cent in Portugal
Kaffee 1 Euro
Essen gehen ist billiger als in Deutschland, aber nicht spottbillig

Straßen
Fast immer sehr gut ausgebaut, an allen Ecken und Enden wird gebaut So gibt es mitten in der Pampa neue Autobahnen, die auf unseren eigentlich aktuellen Karten nicht eingezeichnet waren.

Fahrstil
Sportlich engagiert, in Portugal noch schlimmer als in Spanien. Trotzdem haben wir in der ganzen Zeit nur zwei Unfälle gesehen, beide bei starkem Regen - da können die wohl nicht mit um... Trotz des riskanten Fahrstils sind die Autofahrer relaxed, ein Arm hängt immer aus dem Fenster raus und so aggressiv wie in Deutschland ist dort keiner unterwegs.