Mit dem Wohnmobil und einer fast Dreijährigen fünfeinhalb Wochen durch Neuseeland

Autoren: Martin + Kati B.

wann: 01.02. - 08.03.2010
wer mit wem: Martin, Kati und Nina
  VW Transporter Hochdach 1,9l TDI
wie viel: 3500 km
   

Start am 01.02. Montagabend in Dresden

Unser Flug geht von Dresden über Frankfurt/ Main nach Sydney nach Auckland. Da "überraschenderweise" der Winter mit Schnee (das hat nun wirklich keiner ahnen können) über Frankfurt hergefallen ist, geht dort auf dem Flughafen gar nichts mehr. Das merken wir bereits in Dresden. Unser Flug ist auf unbestimmt verschoben. Mit etwas Glück kommen wir noch in eine frühere Maschine, die dann mit zwei Stunden Verspätung abfliegt. Der Flieger nach Sydney hat dann schon drei Stunden Verspätung. Da das aber nirgends angekündigt ist, gehen wir ordnungsgemäß durch den Sicherheitscheck und sitzen dann im Wartebereich rum. Das Personal weiß nichts genaues, nur dass es auf Grund des Wetters zu Verzögerungen kommt. Im ganzen Wartebereich gibt es keinen Getränkeautomaten und so harren wir durstig von 23 bis 2.30 Uhr unserer Dinge. Der Frankfurter Flughafen ist ein ganz schöner Saftladen! Die 3 Stunden Verspätung nehmen wir dann mit nach Sydney, wo unser Anschlussflug nach Auckland natürlich gerade weg ist. Wir nehmen die nächste Maschine und sind dann gegen 20 Uhr am 03. Februar in Auckland. Noch mit dem Taxi ins Hotel, duschen, eine Pizza und ab ins Bett!

04.02.2010 (Donnerstag)

Wir haben sehr gut geschlafen, der Jetlag hat wohl wegen der Erschöpfung keine Chance. Wir fahren mit dem Hotelshuttle zur Vermietstation. Hier läuft alles reibungslos, die Dokumente und das Auto sind fertig zur Übergabe. Wir haben einen sinnvoll ausgebauten VW T5 bekommen.
Dann steuern wir den nächsten Supermarkt an, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Jetzt gehts endlich los zu unserem ersten Ziel: Piha - einem kleinen Badeort westlich von Auckland. Hier wollen uns erst einmal erholen und im Urlaub ankommen. Der Linksverkehr ist anfangs ein bisschen anstrengend und in einer leichten Stresssituation büßen wir auch Teile des linken Außenspiegels ein. Zum Glück haben wir das Rundum-Sorglos-Versicherungspaket gebucht. In Piha erwartet uns dann ein kleiner Zeltplatz (die heißen hier Motorhome) mit nicht viel dazu aber dafür direkt am Meer. Die nächsten beiden Tage verbringen wir dann mit schlafen, essen, baden und wandern. Erster Eindruck vom Land: die wissen sich zu entspannen, alles ist sehr auf Tourismus orientiert, Rettungsschwimmer, die mit dem Quad am Strand lang tuckern und jede Menge Wellensurfer. Na gut, Piha ist bekannt dafür.
Am Freitag fallen dann partymachende Neuseeländer ein, die jede Menge Krach und Qualm machen. Das geht uns dann bald auf die Nerven (hauptsächlich weil uns ein Einheimischer in wildem Gelaber für den nächsten Tag zum Essen eingeladen hat, wir aber die Befürchtung haben, dass er diese Einladung im Rausch mitten in der Nacht geltend machen will). Vielleicht wär's nett geworden, vielleicht sind wir noch zu unentspannt, auf jeden Fall entscheiden wir uns beim Frühstück am Samstag weiterzufahren. Nächstes Ziel ist Waihi an der Ostküste.

06.02.2010 (Samstag)

Da wir keine Lust auf ein partyumtobtes Motorhome haben, schließlich ist ja Wochenende, steuern wir einen Zeltplatz vom DOC (Department of Conservation) an. Das ist hier ein kleiner Platz an einem Fluss mit einem Plumpsklo. Da wir alles mithaben, brauchen wir ja auch nicht mehr. Der Platz ist relativ schwer zu finden, ohne die GPS-Koordinaten (vom DOC veröffentlicht) wäre es sicherlich schwer geworden.
Wir gehen dann noch ein bisschen baden und verbringen eine Nacht mitten im Wald.

07.02.2010 (Sonntag) Rotorua

Heute fahren wir nach Rotorua. Auf dem Weg kommen wir durch "Katikati". Einfach schon wegen des Namens wollen wir hier mal anhalten. Zu allem Überfluss findet hier auch noch ein Zuchtbullen- und Pferdewettbewerb samt Jahrmarkt statt. Na da haben wir ja wieder Glück gehabt ;-)

Zum späten Nachmittag fahren wir in Rotorua ein. Die Stadt ist sehr touristisch geprägt aber zumindest um diese Jahreszeit keinesfalls überlaufen. Schon von Ferne bemerken wir den Schwefelgeruch, der von dem geologisch aktiven Gebiet ausgeht. In der Stadt und der Umgebung qualmt und zischt es ständig aus dem Boden, das wäre bestimmt ein Mekka für unsere Erdwärmefreaks. Die Einheimischen sehen das offenbar anders. Wir haben Plakate von den "Grünen" gesehen, die beklagen die schlechte Luft hier, verursacht durch Hausbrand (Kohle + Ölheizungen).

Am nächsten Tag schauen wir uns dann ein paar touristische Ziele an: der Kuirau Park, ein ganz normaler Stadtpark, wenn nicht überall Schlammlöcher blubbern oder heiße Quellen sprudeln würden, das ist hier einfach so und ganz schön spannend.


Danach geht´s direkt in den Te Puia Park mit einem riesigen Geysir (soll bis 30 Meter hoch werden) und weiteren geothermischen Köstlichkeiten. Das ist schon verrückt, was so aus der Erde rauskommt. Mit diesem Highlight hat sich das Angebot Rotoruas aber für uns schon fast erschöpft, so dass wir am nächsten Tag weiterfahren.
PS: nachträglich hätten wir oder Kati sich doch für die Maori-Aufführung im Te Puia Park entschließen sollen; es ergab sich nachträglich nicht mehr. Schade.


09.02.2010 (Dienstag) Tongariro Nationalpark

Für Wanderfreaks lohnt sich ein Besuch des Tongariro NP auf jeden Fall. Hier kann man Touren über Vulkankrater machen und sich auch sonst ganz doll verausgaben. Da das aber nichts für uns ist, machen wir zwei kleiner gemütliche Tagestouren. Das Laufen ist hier recht einfach, die Wege sind sehr gut befestigt (fast schon zu gut) und gut ausgeschildert. Eine Besonderheit des Nationalparks: hier war der Drehort "Mordor" vom "Herr der Ringe"-Film. Mit diesem Wissen haben wir den Vulkan sogar wieder erkannt ;-)




11.02.2010 (Donnerstag) Turakina

Heute ist einfach nur Fahren angesagt. Wir mühen uns mit LKWs über die Bergstraßen bis wir am Meer sind. Bei Turakina biegen wir in Richtung Meer ab und finden einen kleinen Zeltplatz direkt neben der Düne. Auf der Suche nach einem Shop o. ä. fragen wir einen Einheimischen. Der sagt uns, hier gibt nichts. Aber er schenkt uns ein paar Früchte und Gemüse. Mit einem Blick auf die kleine Nina fragt er: Habt ihr genug Milch? Und wenn es auf dem Zeltplatz doof ist, dann können wir auch gern auf seinem Hof bleiben.
Der Strand ist phänomenal. Der Fluss, der hier ins Meer mündet, hat eine imposante Dünenlandschaft geschaffen und über die Jahrzehnte Unmengen Treibholz angespült. Das ausgeblichene Holz auf dem schwarzen Sand erinnert irgendwie an Skelette. Und das soweit das Auge reicht!

12.02.2010 (Freitag) Wellington

Die Weiterfahrt nach Wellington ist ziemlich easy. Auf der gut ausgebauten Straße kommt man zügig voran. Unser erstes Ziel ist der Fährhafen wo wir uns Fährtickets für die Südinsel kaufen wollen. Entgegen allen Vorabinfos "ihr müsst unbedingt vorbuchen, sonst wird das nichts!" klappt das aber ganz einfach. Wir hätten sogar noch am gleichen Nachmittag fahren können. Wir wollen uns aber noch die Stadt ansehen und so buchen wir die Fähre für übermorgen. Da es in Wellington keine Stellplätze oder ähnliches gibt, müssen wir ein Stück aus der Stadt heraus. Der nächste Platz ist im Ortsteil Lower Hutt.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus in die City. Wir fahren mit der Kabelbahn, laufen durch den Botanischen Garten, trinken Kaffee und essen Kuchen und schauen uns einfach mal die Hauptstädter und die Stadt an. Die ganze Sache wird vereinfacht, weil man die City ohne Probleme zu Fuß besichtigen kann. Unser Eindruck nach nur einem Tag: Wellington ist echt cool, hier wechseln sich kleine alte Holzhäuser mit Wolkenkratzern ab, alles ist irgendwie überschaubar aber doch großstädtisch und außerdem ist die Atmosphäre entspannt. Definitiv ein Ort, an dem man leben könnte (nach einem Tag natürlich eine gewagte Aussage, aber es prüft ja keiner)


14.02.2010 (Sonntag) Fähre auf die Südinsel, Nelson

Das Einchecken auf der Fähre verläuft problemlos. Bemerkenswert ist, dass die Fähre (wie auch sonst das Land) sehr kinderfreundlich ist. Es gibt Spielecken auf dem Schiff, extra Plätze für die Eltern und für die Babys sogar Schlafkojen - ohne Aufpreis. Da fällt mir ein: auf dem Zeltplatz in Wellington gab es sogar ein Familienbad sehr geräumig, mit Toilette, Badewanne, Waschbecken und Fön. Da könnte sich so manches Tourismusgebiet eine Scheibe abschneiden. Als wir von der Fähre runter sind, fahren wir noch bis kurz vor Nelson und bleiben dort an einem Platz am Meer. Die Landschaft hat sich im Gegensatz zur Nordinsel stark verändert. Hier wirkt alles größer und weiter. Wir sitzen jetzt neben unserem Bus, vor uns liegt ein großer See, dahinter hohe Berge, hinter uns das Meer mit Sandstrand. Das ist eine Mischung aus Voralpen und Adria - ziemlich geil!

15.02.2010 (Montag)

Fahrt nach Berlin, jaja das gibt es hier auch ;-) mit kleinem Zwischenstopp am Lake Rotoroa wunderschön und mit Bilderbuchaussicht, nur leider wohnen hier auch 5 Millionen Sandfliegen!!!! Daher war schnelles Flüchten angesagt. Die Nacht haben wir an einer Raststätte mit weiteren 2 Millionen Sandfliegen im und am Auto verbracht. Das gute ist, die verschwinden wenn die Dämmerung einbricht. Das Schlechte: dann kommen die Mücken!!!


16.02.2010 (Dienstag) Punakaiki

Am nächsten Morgen haben wir ein ordentliches Frühstück in der Raststätte eingenommen und sind schnurstracks Richtung Westküste gefahren. Denn dort sind Meer und Wind und vielleicht weniger Sandfliegen. Auf dem Weg dahin kommen wir an den Pancake Rocks vorbei, schauen uns diese auch an, beachen ein bisschen, gehen Abendessen und lassen den Abend bei einem spektakulärem Sonnenuntergang fast ohne Fliegen ausklingen.



17.02.2010 (Mittwoch) Hanmer Springs

Hanmer Springs ist ein kleiner aufstrebender Wintersportort (laut Reiseführer) und bietet alle Annehmlichkeiten. Wir bleiben hier einfach, um in Ruhe zu überlegen wie und wohin es mit unserer Reise weitergehen soll. Die Sandfliegen machen uns arg zu schaffen, wir sind völlig zerbissen und nicht nur an den Beinen. Und ob der Besuch der Fjorde im Süden mit einem sich anbahnenden Nervenzusammenbruch auf Grund tagelang juckender Bisse lohnenswert ist, wagen wir zu bezweifeln. Denn: im Süden wird es noch schlimmer mit den Sandfliegen! So warnen uns zumindest die Einheimischen und andere Reisende.

18.02.2010 (Donnerstag) Kaikoura

Wir haben uns gegen den Süden und für die Ostküste entschieden. Unser Weg führt uns nach Kaikoura. Hier bleiben wir drei Tage.
Wir machen eine große Wanderung um die Landzunge, überlegen ob wir Wale anschauen. Leider darf Nina nicht auf ein Walboot, da sie noch keine drei Jahre alt ist, naja und Helikopter ist mir nichts. Wir lassen es uns gut gehen und pflegen unsere geschundenen Körper.
Wir fahren wieder zurück nach Picton um dann am 21. Februar wieder mit der Fähre auf die Nordinsel zu gelangen. In der Nähe von Picton landen wir auf einem gemütlichen DOC-Zeltplatz, direkt an einem Meeresausläufer. Hier "warten" nach andere Camper auf die Fähre.


Wanderung um die Landzunge von Kaikoura



Weiterfahrt Richtung Picton zum DOC-Zeltplatz

22.02.2010 Ratana

Heute wollen wir mal wieder unsere Ruhe haben, das heißt ohne Zeltplatz übernachten. Wir fahren bis wir keine Lust mehr haben und biegen dann einfach Richtung Meer ab. Die ersten beiden Stichstraßen führen ins Nichts. Dann treffen wir an einem Kuhweidezaun einen Bauern, der gerade mit seinem Jeep langfährt und dann am Tor rumwerkelt. Auf die Frage ob wir hier irgendwo am Meer nächtigen können, bedeutet er uns einfach mitzukommen. Der Weg führt uns über Kuhweiden bei denen wir die Gatter immer wieder zu machen müssen (der Bauer hatte sie ja schon vor uns geöffnet), bis zu seiner Hazienda direkt am Meer. Der Bauer hat uns noch gezeigt, wo wir uns hinstellen sollen und hat sich dann in seiner Wellblechhütte ohne Strom verkrümelt. So hatten wir, was wir wollten - absolute Ruhe mit Meer und Sonnenuntergang. Leider haben wir vergessen, ein Foto vom eigentlichen Bewohner und seinem Häuschen zu machen...


23.02.2010 Nationalpark Mount Taranaki

In der Nähe vom Nationalpark Mount Taranaki finden wir einen netten kleinen Zeltplatz mit Blick aufs Meer und den Vulkan Taranaki und sogar ohne Stellplatzzuweisung (was hier nicht üblich ist). Sehr schön.


24.02.2010

Fahrt zum Nationalpark mit kleiner Wanderung zum Dawson Fall. Ausgeschildert sind 20 Minuten, da Nina jedoch bis zum Wasserfall selbst gelaufen ist, dauert es zwei Stunden.
Dann zurück zum schönen Zeltplatz, was man hat, hat man. Der Zeltplatzwart hat sich auch gefreut, uns wieder zusehen.
Der Berg ist beeindruckend wie er so einsam und erhaben in der Landschaft steht. Ständig wechseln das Wetter und die Bewölkung um ihn herum.


25.02.2010 Mokau

Stellplatz direkt am Meer, trotz Zeltplatz der letzte freie Platz. Warum den keiner haben wollte? Große Wellen, aber Martin geht mit Nina mal schnell baden.
Am nächsten Tag machen wir eine lange Strandwanderung. Das Meer hat in das weiche Gestein imposante Höhlen gegraben. Und da gerade Ebbe ist, können wir in manche sogar rein. Eigentlich wäre das eine Erwähnung im Reiseführer wert, hier gibt es sowas aber an allen Ecken.
Alle gehen mal baden, die Wellen sind aber so stark, dass man bald wieder raus muss, sonst gibt es aufgeschürfte Knie und vielleicht sogar Schlimmeres.

27.02.2010 Raglan

Wir wollen mal wieder ein Städtchen sehen und essen gehen. Raglan liegt auf dem Weg und am Meer, also fahren wir dahin. Der Stellplatz ist die Katastrophe. Mehrere Fußballfelder groß und abgeteilt in kleine Parzellen. Die Stadt dagegen ist nett und wir finden auch eine kleine Tapasbar an der palmengesäumten Promenade. Wir essen lecker (Lachs, chicken wings, Brotkorb, kleine Pizza), inklusive dicken Nachtisch, schlendern dann auf unsere Fußballplatzparzelle zurück, legen uns ins Auto und schlafen.

28.02.2010 Halbinsel Coromandel

Den nächsten Halt machen wir auf der Halbinsel Coromandel. Wir steuern wieder einen DOC-Platz an, der mitten im Wald sehr schön an einem Fluss liegt. Mit uns sind noch zwei andere Camper da, die aber so weit weg stehen, dass wir wieder ganz allein sind. Am nächsten Morgen frühstücken wir ewig und fahren dann nach Whitianga.

01.03.2010 Whitianga

Hier bummeln wir erstmal bloß rum, ziehen von Café zu Kneipe zu Kneipe und machen eigentlich nichts.


02.03.2010

Heute fahren wir mit der Fähre nach Ferry Village. Laut Reiseführer soll hier ein Shuttlebus nach Cathedral Cove fahren. Da aber schon Nebensaison ist, fährt nix mehr. Dafür machen wir einen längeren Strandspaziergang, bei dem wir eindrucksvoll ausgespülte Gesteinsformationen sehen.

03.03. - 06.03.2010 Auckland Zeltplatz

Am ersten Tag müssen wir ein Häuschen nehmen, da kein Platz mehr frei ist! Auch nicht schlecht, peppt den Urlaub noch mal auf ;-) Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus nach Downtown. Die Stadt ist riesengroß und wir finden, nicht besonders schön. Sicherlich hat die Stadt auch ihre schönen Seiten, nur wir haben sie nicht gefunden. Wellington hat uns auf Anhieb besser gefallen.

Jetzt räumen wir gerade das Auto aus. Dann geben wir die Karre ab, schlafen noch eine Nacht im Kiwi-Hotel und morgen früh fliegen wir wieder zurück.
Hach Schade.


Unser "Gecko" - Auto

VW Transporter Hochdach 1,9l TDI, gerade ausreichend motorisiert, 2flammiger Gasherd, 40l Frischwasser- und Abwassertank. Kühlschrank, Mikrowelle, komplett mit Geschirr und Campingmöbeln ausgestattet, genügend Stauraum für unsere Klamotten, recht "straightforward" oder russisch gemacht aber vollkommen in Ordnung.

Die Reise

Neuseeland ist relativ preisgünstig (wenn man erst mal da ist), fast deutsche Verhältnisse. Die Einheimischen sind arg entspannt. Naturschauspiele gibt es dicht gepackt: Meer, Gebirgsbach, Vulkan, Einsamkeit und und und. Das Land ist sehr gut auf Individualtouristen aus- und eingerichtet. Man darf überall nächtigen, es ist sogar vorgesehen (Plumpsklo mitten im Nichts). Kleiner Wehrmutstropfen: manche Einheimischen fahren total bekloppt Auto. Obwohl an unserem Bus ein Aufkleber a lá "Vorsicht Tourist" ist, wird gedrängelt, geschnitten, gehupt.

Die viereinhalb Wochen Reisezeit waren definitiv zu wenig um beide Inseln in unserem Stil komplett zu erkunden. Da werden wir wohl noch mal he rmüssen. Ansonsten ist Neuseeland das ideale Reiseland. Es gibt von allem etwas und alles ist unaufdringlich aber gut auf Tourismus eingestellt.
Das Reisen mit Kleinkind (Nina war 2,5 Jahre alt) bringt ein paar Besonderheiten mit sich, aber ab der 2. Hälfte des Urlaubes haben wir einen für alle verträglichen Rhythmus gefunden. Jetzt kennen wir viele Spielplätze in Neuseeland.

Moskitos und Sandflies sind allgegenwärtig und gehen uns ganz schön auf die Nerven. Am Schlimmsten war es am Buller River auf der Südinsel. Einfach schrecklich und nicht auszuhalten. Andere Reisende sagten, im Süden der Südinsel wäre es noch schlimmer. Autan und OFF helfen so gut wie nicht. Da reagiert aber sicherlich auch jeder anders. Da das Thema aber in den Camps viel diskutiert wird, kann man sich vor Ort Rat holen. Der skurrilste Tipp war, sich mit Diesel einzureiben.

Die privaten Zeltplätze "Motorhome" waren gut bis schrecklich. Die Ausstattung ist weitestgehend gut, aber der Sinn fürs romantische geht verloren. Das heißt, man nimmt einen Fußballplatz am Dorfende, macht einen Bretterzaun ringsherum, teilt das Ganze in Parzellen auf (mit Strom und Wasseranschluss), Sanitärtracks, Office, Spielplatz und fertig.
Viel schöner waren die DOC-Plätze. Die gibt es aber leider nicht an jeder Ecke und das Auffinden der Plätze ist manchmal schwierig, sogar mit GPS-Koordinaten. Das Kartensystem des Gerätes muss aber auf das Neuseeland-System umstellbar sein, sonst sind die Koordinaten zwecklos.