Mit einem Bus und zwei Kindern in neun Wochen durch Osteuropa, mit Ziel Istanbul

Autoren: Martin + Kati B.

wann: 01.06. - 31.07.2014
wer mit wem: Martin, Kati, Nina & Mascha
  Ford Nugget
wie viel: ca. 9000 km

01.06. Start von Rewal gegen 14 Uhr in Richtung Masuren

Laut Torsten sollen wir unbedingt auf der Krutynia paddeln und uns auf dem Zeltplatz Galindia einfinden. Wir jockeln also los und halten nach kleiner Suche an einem der schönen masurischen Seen mit Wiese und Feuerplatz. Die Kinder kundschaften alle Bäume und Ecken aus, derweil Martin Feuerholz sammelt und ich den abendlichen Salat inklusive Picknick auf der ach-so-alten Armeeplane vorbereite. Das Wetter ist schön, das Feuer brennt, der Salat schmeckt - so fängt der Urlaub gut an. Martin macht erste Bekanntschaft mit einheimischen Sandflies, aber das ist auch schon das einzige Negative an diesem Tag. Morgen geht es weiter nach Uckta zur schönen Krutynia.

2. Juni Uckta, Galindia

Leider ist die Fahrt doch recht lang, wir sind erst gegen halb 7 im Zielgebiet. Der Routenplaner hat die Straßenverhältnisse nicht bedacht, der Schlumpi.
Der Zeltplatz Galindia entpuppt sich als Event-Haus mit Wiese und See in Art einer slawischen Siedlung ohne Anspruch an historische Genauigkeit. Wir essen noch im Restaurant, zünden ein Feuer mit bestelltem Holz, ordern eine Kanutour für den nächsten Tag und dann ab in den Schlafbus. Hatte ich schon erwähnt, dass vor 22:00 keiner schläft? :-)

03. Juni Kanufahrt

Der Tag startet bewölkt, aber trocken und so können wir nach ausgiebigem Frühstück gestärkt das Boot besetzen. Alle bekommen eine Schwimmweste, Martin noch eine laminierte Karte in die Hand und gute Fahrt und viel Spaß.
Wir haben keine Ahnung was 9 km bedeuten, wie sich die Kinder verhalten und worauf wir uns da als Paddelanfänger einlassen. Aber alles ist gut. Wir kommen gut vorwärts, die Strecke ist in 2h erledigt, und das ohne große Anstrengung. Alles ist ruhig und wir sind allein unterwegs, das ist im Juli sicher anders. Leider beginnt es bald nach unserer Rückkehr zu regnen. Das heißt, Plane spannen, im Restaurant Abendbrot essen (die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig), Feuerchen machen und einen Plan für die nächsten Tage schmieden.
Das Regenwetter soll anhalten :-(

Info Krutynia

4. Juni Bus eingegraben

Früh regnet es immer noch... Wir frühstücken trotzdem draußen unter dem Tarp, packen unsere Sachen zusammen und fahren in Richtung Süden. 50km vor Warschau verlässt uns die Lust aufs Fahren und wir wollen uns ein schönes Wildcamp an der Narew suchen. Nach etwas Stocherei finden wir auch ein annehmbares Plätzchen, checken kurz die Lage und dann wird es spannend... Beim "Bus in Schlafposition" einparken, gräbt Martin den Transit im weichen Sandboden ein. Aber so richtig... Zum Glück hilft uns der Hausmeister der Urlaubsanlage von nebenan. Nach ca. 2h, viel "Kurva" und Scheiße rufen, wildem Rumgestikulieren und Rumgewürge ist der Kasten wieder frei. Das Zielbier ist nahezu verdampft ;-) Der Kollege hat uns, wahrscheinlich wegen der Kinder noch seinen Tierpark (Pferde, Fasan, Truthahn, Enten, 2 Berner Sennenhunde) gezeigt und wir haben noch ein bisschen "gequatscht". Das angebotene Geld lehnt er nachdrücklich ab. Martin wäscht sich noch im Springbrunnen der Urlaubsanlage, Abendbrot, Lagerfeuer und ab ins Bett. Das war ein ganz schöner Schreck...

5. Juni Fahrt nach Sandomierz

Heute wollen wir nach Sandomierz. Das haben wir vorher noch nie gehört aber es liegt irgendwie auf dem Weg und wir haben Schönes über die Stadt gelesen. Gegen Abend erreichen wir den Zeltplatz, werden von Mücken begrüßt, gehen in die Stadt und sind total überrascht von der schönen Altstadt. Beim Abendbrot am Marktplatz, beschließen wir auf jeden Fall noch einen Tag zu bleiben und uns die Stadt anzuschauen.

6. Juni Sandomierz

Nach dem Frühstück machen wir noch ein bisschen Urlaubs-Org und gehen dann Nachmittags in die Stadt. Sandomierz ist ein liebliches, auf mehreren Hügeln gelegenes kleines Städtchen. Es gibt viele alte, gut restaurierte und imposante Gemäuer. Wir machen bei einer Untergrundführung durch die Katakomben der Stadt mit. Interessant, aber leider nur auf Polnisch. Die Kinder finden es spannend und auch ein bisschen gruselig. Den Klettergarten, den wir dann besuchen wollten, gibt es leider nicht mehr. So laufen wir noch ein bisschen rum, essen Abendbrot und zurück auf den Zeltplatz. Da erwartet uns des Campers liebster Freund, die Mücke.
Am Abend und auch am Tag darauf ist ständig Mückenalarm - wir müssen hier weg...
Wenn der Zeltplatz nicht so vermückt gewesen wäre, hätte man sicherlich noch ein paar Tage bleiben und sich ein paar Sachen genauer anschauen können. Aber so heißt es weiterfahren in Richtung Hohe Tatra.

Stadtinfo Sandomierz Zeltplatz

7. Juni Fahrt in Richtung Hohe Tatra

Wir fahren heute nur 3 Stunden. Dann haben alle keine Lust mehr und wir halten an einem Stausee nördlich von Novy Sacz an einem einfachen Zeltplatz direkt am See an. Die Gegend ist hübsch, Nina und Martin versuchen zu baden, aber eigentlich ist es noch zu kalt.

8. Juni Fahrt nach Slovenski Raj

Am Morgen leihen wir uns ein Tretboot aus und drehen noch eine kleine Runde über den See und bestaunen die futuristischen Neubauten auf einer Insel.
Weiter geht es zum Zeltplatz Podlesok, der ist einfach aber ok. Von hier aus wollen wir ins Slowakische Paradies wandern. Aber erst einmal wird die nähere Umgebung erkundet, ein schönes slowakisches Bier getrunken und Nina reitet.

Zeltplatz

9. Juni Wanderung im Nationalpark "Slovenski Raj"

Martin hat sich an der Zeltplatz-Rezeption ein paar Tipps zu kindgerechten Wegen geben lassen. Die gewählte Tour war ein technisch ziemlich anspruchsvoller Weg - windige Treppen am Fels über den Fluss, Holzleitern und schaukelnde Brücken. Die Kinder hatten ihren Spaß und wir sind vor lauter Festhalten gar nicht zum Fotografieren gekommen... Der gewählte Rundweg ist jedoch deutlich zu weit. Wir hatten unterschätzt wie langsam wir sein würden (letztendlich waren es sechs Stunden mit sehr vielen An- und Abstiegen) und waren entsprechend breit als wir dann doch glücklich an der Zeltplatzkneipe ankamen. Dort treffen wir unsere „Zeltplatznachbarn“ und was dann passiert ist ja naheliegend ;-)

Slovenski Raj

10. Juni Spišská Nová Ves

Heute wollen wir uns von der Hammer-Wanderung erholen - da bietet sich das Schwimmbad in Spišská Nová Ves an. Leider wird der Badespaß von einem Gewitter abgebrochen. Wir schlumpern noch ein bisschen durch die Stadt und sind angenehm überrascht. Schön hier. Den Abend verbringen wir mit unseren lustigen holländischen Hippie-Zeltplatznachbarn und schmieden Pläne für den nächsten Tag.

Stadtinfo Spišská Nová Ves

11. Juni Eishöhle Dobšinská ladová jaskyna

Diese Eishöhle wird vom Reiseführer empfohlen und liegt auf unserem Weg. Im Sommer eine Eishöhle … das gucken wir uns an! Wir Banausen haben ja keine Ahnung – die Dobšinská ladová jaskyna ist eine beeindruckende Eishöhle mit tonnenweise Eis. Wie das hier her kommt, hat sich uns aber nicht erschlossen. Da müsste man nochmal nachlesen.
Unser gewählter Zeltplatz Dedinky ist leider geschlossen, wir dürfen aber trotzdem auf der Wiese neben einem verrosteten Skilift mit Blick auf den See übernachten. Also es gibt wirklich schlimmeres ... Der Nachbar macht Heu, seine Frauen quatschen, wir genießen die Aussicht und abends wird es ordentlich kalt. Sind ja auch schließlich über 800m...

Info Eishöhle

12. Juni Tokaj - UNGARN

Wir steuern einen sehr schönen Zeltplatz direkt am Fluss Theiß an, klappen unseren Bus auf und bewegen uns noch mal in Richtung Stadt. Wir gehen was essen und Kati probiert einen Tokajer Wein. Das Essen war nicht so doll (Anfängerfehler: geh nicht unbedingt in ein Restaurant wo kein anderer Gast ist) aber der Wein schmeckt wider Erwarten sehr gut.
Abends begrüßen uns wieder Mücken, viele, so viele, dass wir in den Bus flüchten müssen. Schade, eigentlich könnte man hier noch ein bisschen relaxen aber so...

14. Juni immer noch Tokaj

Wir schlafen wieder lange und eigentlich ist der Platz hier zu schön, um gleich wieder loszufahren. Wir geben ihm noch eine Chance ;-)
Nach dem Frühstück holen wir uns ein Paddelboot. Das kostet 10€, egal ob man eine Stunde oder den ganzen Tag paddelt. Also Schwimmwesten an und die Theiß hoch und runter. Nach drei Stunden landen wir an einem anderen Zeltplatz an, essen eine Kleinigkeit und trudeln ganz gemütlich wieder zurück.
Und dann nehmen der Tag und der folgende Abend eine unerwartete Wende. Hier hat sich der ungarische Eishockey-Fanclub zum alljährlichen Treffen nieder gelassen. Die feiern was das Zeug hält und irgendwie geraten wir da mit rein. Nach vielen interessanten und einigen komischen Gesprächen in englisch und deutsch über alte ungarische Ländergrenzen, Politik, das Bildungssystem, Zigeuner, einer Darbietung des "Panzerliedes" auf Ungarisch, lautem Gelächter, gefühlten zwei Liter 60%igen Palinka für uns beide und vielen Freundesbekundungen muss ich Martin schließlich ins Bett führen und kurz danach folgen. Diese Ungarn - Mannomann!
Massiver Restalkohol gepaart mit Fahrtunlust, die Sinnlosigkeit des Packstresses (nach dem Frühstück ist es bereits 13 Uhr) und dem „Good Morning Palinka“, den uns die neugewonnenen Freunde liebevoll zum Frühstück kredenzen, bringen uns zur Überzeugung: wir bleiben einfach noch eine Nacht hier. So. Und das ganz in Ruhe, schließlich haben wir ja Urlaub. Aber morgen geht es wirklich weiter ;-)
Mascha hat Fahrrad fahren gelernt, mit Jutta Kleinschmidt Technik, der Sattel ist einfach noch zu hoch ;-)

15. Juni Weiterfahrt nach RUMÄNIEN

Wir schnattern vormittags noch mit zwei Schweizern, die 9 Monate mit ihren schulpflichtigen Kindern unterwegs sind und holen uns noch ein paar Tipps für Nordgriechenland. Martin und Nina springen noch mal schnell in den warmen Fluss und dann geht es los nach Rumänien. Wir sind gespannt.
An der Grenze geht alles reibungslos, die Rovinetta (rumänische Mautplakette) bekommen wir auch und dann geht es an die Zeltplatzsuche. Auf unserer Karte ist einer in der Nähe vom Hutu-Pass (kurz vor Sapanta) eingezeichnet. Dieser entpuppt sich als "Hotel" an einer Kurve im Wald. Nach kurzem Gespräch mit dem Chef können wir den Bus neben das Haus stellen und dürfen die Toiletten benutzen. Ein Abendbrot auf der Terrasse des hoteleigenen Restaurants bei plärrend lauter Musik von Celine Dion und Enrique Iglesias gibt es für knappe 20€. Morgen wird es schöner, sagen wir uns.

16. Juni Sapanta, Viseu de Sus

Wir fahren nach Sapanta zum "Lustigen Friedhof". Na ja lustig ist er nicht, aber hier hat sich ein Holzschnitzer zur Aufgabe gemacht, die Grabsteine aus Holz zu schnitzen und mit Bildern und Reimen zu den verstorbenen Person zu versehen. Leider gibt es keine Übersetzungen und so müssen wir uns selber einen Reim drauf machen.
Wir fahren weiter nach Viseu de Sus, um dort mit einer Dampflok am nächsten Morgen ins Wassertal zu fahren. Na wenn wir schon mal hier sind... Wir parken gleich hier und verbringen den restlichen Tag auf einer stillgelegten Dampflok mit diversen Showeinlagen und "technischen Vorführungen" der Kinder. Dann schnell ins Bett - der Zug geht früh halb 8 Ortszeit!

17. Juni Dampflokfahrt durchs Wassertal

Wir machen eine Ausfahrt mit der Wassertalbahn von Viseu de Sus, eine mit Dampfloks betriebene Schmalspurbahn, die früher zum Abtransport von Holz genutzt wurde und seit einigen Jahren als Touristenattraktion wieder in Betrieb ist. Die Fahrt geht durch ein Tal mit einem Fluss, an dem immer wieder kleine Häuseransammlungen/Dörfchen sind. Das was wir gesehen haben ist nicht völlig fremd aber schon ungewöhnlich. Die Häuser waren einfach aber überwiegend in einem gepflegten Zustand, mal von der Bauernkate abgesehen, vor der eine 100jährige Oma sitzt. Hier wird nach wie vor Holz geschlagen und abtransportiert – teilweise mit Pferdekarren und teilweise per LKW, die dann mangels Brücken auf geheimen Furten durch den Fluss fahren. Fazit: kann man sich angucken, wenn man sowieso in Nordrumänien unterwegs ist.

Wir sind mittags wieder beim Bus und fahren ein kleines Stück weiter in Richtung Nationalpark Rodnei. Wir haben gelesen, dass es da ein paar Wanderwege gibt. Wir parken an einem Hotel das von fünf geschlossenen und teils verfallenen Hotels umgeben ist, essen was in der Hotelkneipe und dürfen auf der Wiese vor dem Hotel eine Nacht stehen. Wandern ist heute nicht mehr, da es regnet. Dafür gehen wir noch eine Runde spazieren und feiern abends Martins Geburtstag mit 3-Gänge Menü: Salat, Tütensuppe und Fruchzwergen :-).
Abends kommt die Polizei stündlich gucken, dass die Rentnerfeier im Hotel nicht völlig ausartet und irgendwann ist denen langweilig. Der eine Polizist ist übereifrig und will dass wir umparken wegen irgendwelchem Quatsch, dem anderen Polizisten ist das aber alles egal und da er der Chef ist, dürfen wir stehenbleiben. Tja manchmal ist es ganz einfach.

Auch am nächsten Tag gibt es wegen Regen keine Wanderung. Wir lassen die Maramuresch hinter uns und fahren weiter durch die Bukowina in Richtung Donaudelta. Wir brauchen warmes Wetter und endlich mal wieder eine Dusche und so etwas Ähnliches wie Zivilisation.

18. Juni

Da wieder die Karte mit dem Zeltplatz geschwindelt hat, parken wir an einem schlammigen Feldrand, hinter der Hütte eine Bäuerin und fahren morgen weiter ins Donaudelta, soweit wie wir kommen... Und hoffen auf freudige Ereignisse, die uns dieses Land näher bringen.

19. Juni Weiterfahrt ins Donaudelta

Ca. 400Km rumänische Landstraße aller möglicher Kategorie. Auffällig ist, dass Tempolimits mehr gut gemeinte Empfehlungen sind. Wenn man in der Ortschaft 75 km/h fährt, wird man fast von den LKWs von der Straße geschoben und die donnern dann mit 100 km/h vorbei...
Die Ortschaften sind völlig unterschiedlich: manche sind sauber und einfach, manche erinnern an Dörfer im hintersten Südamerika oder China, unvorstellbar hier zu leben - quasi 3. Welt. Das zu verstehen, fällt uns schwer.
Nach ca. 8 Stunden erreichen wir das Dorf Murighiol im Donaudelta, wo ein Freund von Martins Arbeitskollegen einen Zeltplatz betreibt. Den Zeltplatz finden wir nicht, dafür viele andere mit gutem Standard. Endlich warm duschen... Auch nicht schlecht.

20. Juni Murighiol

Wir machen eine Donaufahrt für den nächsten Morgen klar und können die Startzeit auf 10 Uhr hoch handeln. Das ist bei den Zeltplatzbesitzern nicht ganz einfach, die müssen deutsche Vorfahren gehabt haben (Das Tor wird 22 Uhr geschlossen, an den Boxsack darf man sich nicht dranhängen, die Schuhe müssen dort abgespült werden, die Badtüre muss zu sein wenn man das Licht anschaltet, Abreise um 10 sonst wird für den ganzen Tag nachgezahlt). Wir waschen Wäsche, liegen faul im Garten rum, gehen einkaufen, schlumpern durchs Dorf und faulenzen den ganzen Tag. Abends gehen wir essen, wir müssen fragen, ob die Küche noch auf hat.
So ganz zufrieden sind wir mit den Rumänen noch nicht. Die sind mental noch nicht ganz auf Tourismus eingestellt, nehmen aber schon das Geld dafür. Na mal sehen. Jedenfalls war schon mal die Barbesitzerin sehr freundlich.

21. Juni Murighiol, Donaufahrt

Wir und der Zeltplatzbesitzer starten gegen 10 Uhr. Er fährt uns mit seinem Auto zur Anlegestelle, es gibt noch Schwimmwesten für die Kinder und dann geht es los. Fazit: sehr empfehlenswert! Die drei Stunden vergehen wie im Flug. Wir haben viele verschiedene Vögel, verwunschene Dschungelkanäle, Hausansammlungen wie im Spreewald gesehen und abertausend Frösche gehört. Das hat uns sehr gefallen. Und der Herr Zeltplatz taute auch ein wenig auf und wurde freundlicher.

22. Juni Mamaia

Nach kurzer Fahrt sind wir in Mamaia. Hotels soweit das Auge reicht. Die Zeltplätze stehen unter Wasser, weil es vorgestern geregnet hat. Da kann man förmlich die Mücken schlüpfen hören. Wir finden dann doch einen in der Nähe des Schwarzen Meeres mit Blick auf die Straße :-)
Der Strand ist typisch - eine Strandbar reiht sich an die nächste, tausende Liegen und Sonnenschirme stehen in Reih und Glied und warten auf den Ansturm im Hochsommer.
Abends, nach dem Sprung ins Meer, gehen wir noch im Nobelrestaurant direkt am Strand essen. Hier gibt es sehr leckeres rumänisches Rindersteak, gar fein angerichtet zu stolzen Preisen. Schon ein krasser Gegensatz zu den vielen bettelarmen Ecken, die wir hier gesehen haben.

23. Juni Vama Veche

Als dann am Strand zwei Typen die 30 Holzliegen mit Sprühpistolen zu imprägnieren beginnen, nimmt der Badeaufenthalt in Mamaia ein jähes aber vorausschaubares Ende. Wir fahren weiter nach Vama Veche, wo sich am Wochenende tausende Leute am Strand tummeln sollen und auch direkt dort schlafen, ein bisschen hippimäßig eben.
Es sieht auch ganz so aus, der Strand ist gesäumt mit Bretterbuden, Schilfschirmen und kleinen Liegewiesen, die auf den Ansturm warten. Wir stellen uns abseits auf die Düne, sitzen am Strand, die Kinder sortieren Muscheln und wir genießen einfach mal unser Dasein :-) eben hippimäßig.


24.-25. Juni Bulgarien, Pomorie

Wir reisen ohne Probleme in Bulgarien ein und sind nach den ersten Metern irgendwie schon angetan. Hier sieht alles ordentlicher aus und nicht wie kurz nach einem Systemumsturz à la Rumänien. Na mal sehen.
Ziel ist eigentlich ein Zeltplatz hinter Burgas, aber dann biegen wir nach der Durchfahrt von Varna (nicht schlecht, hier hätte man vielleicht auch mal halten können) hinter Nesebar und vor Burgas beim ersten Camping-Schild ab. Camping heißt hier Übernachtung in Hütten, aber wir treffen es besser. Camping-Diana bietet uns einen Platz auf dem Parkplatz an, der direkt am Meer ist und eine Hütte dürfen wir als Bad benutzen. Kein Problem.
Da bleiben wir doch glatt noch einen Tag! Hier ist alles kein Problem. Die Leute vom Camping sind freundlich und hilfsbereit, das Wetter ist super, der Strand ist schwarz und klein, aber wenig besucht, es gibt kaum Mücken, der Salat im Zeltplatz-Kneipchen schmeckt lecker und überhaupt. Jetzt überlegen wir doch glatt, noch einen Tag zu bleiben :-)

26. Juni

Wir sind tatsächlich noch einen Tag am Golf von Burgas geblieben und liegen den ganzen Tag faul am beziehungsweise im Meer rum.

27. Juni Fahrt nach Istanbul

Die Einreise in die Türkei läuft etwas konfus und zeitraubend ab, am Ende gibt es aber keine Probleme. Der erste Eindruck von der Türkei: hier wirkt alles strukturiert und aufgeräumt (vom vielen Müll einmal abgesehen). Die Straßenverhältnisse sind gelinde gesagt überraschend: die kaum befahrene 3spurige Autobahn wird plötzlich und ohne Vorwarnung einspurig weil ein Erdrutsch die Fahrbahn kaputt gemacht hat. Wenn man hier im Dunkeln reingerauscht wäre ... Eine gewisse Ortskenntnis ist hier deutlich von Vorteil. Die Fahrweise der Einheimischen ist ebenso überraschend, nicht wirklich offensiv aber irgendwie unüberlegt und rücksichtslos.
Der angepeilte Zeltplatz in Kylios am Schwarzen Meer ist etwas enttäuschend. Der Strand ist zwar nicht weit weg aber man muss Eintritt bezahlen... (später stellt sich raus, dass Camper doch frei reinkommen). Abends gehen wir noch in die Kneipe um die Ecke Abendbrot essen und werden prompt von ein paar Einheimischen angesprochen (Kontaktaufnahme über unsere Kinder), die uns noch auf ein Bier einladen und wir quatschen bis in die Nacht über Gott und die Welt. Einer gibt uns seine Telefonnummer, falls bei unserer Stadtbesichtigung in Istanbul etwas komisch sein sollte, sollen wir ihn anrufen. Er hilft dann weiter. Das ist erst mal sehr sympathisch.

28. Juni Besichtigung Istanbul

Wir fahren mit dem ÖPNV (Bus, Metro, Straßenbahn) in die Stadt und sind von den Menschenmassen und dem Lärm erschlagen. Nach der Besichtigung der Hagia Sophia (sehr beeindruckend was die Menschen vor 1500 Jahren leisten konnten) beschließen wir, dass es für heute genug ist und fahren wieder auf unseren Zeltplatz zurück.
Auch heute war die Hilfsbereitschaft der Einheimischen beeindruckend: man steht vorm Ticketschalter der Metro mit großem Fragezeichen über dem Kopf, da kommt jemand und fragt, ob man Hilfe braucht. Und das sind ganz normale Passanten.

Info Hagia Sophia

29. Juni

Kati hatte gestern bereits Halsschmerzen und ist gestern nach der Stadtbesichtigung total platt gewesen. Heute früh geht gar nichts mehr. Martins Diagnose als Dr. Ing. ;-) Angina. Da brauchen wir Penicillin. Leider ist Sonntag und die ortsansässigen Ärzte haben zu. Die nächste Notaufnahme ist nach Aussage der Zeltplatzleute viele Kilometer weg, so dass wir beschließen erst einmal abzuwarten. Kati liegt im Bus und schläft, die Kinder spielen, Martin sitzt im Schatten, trinkt Kaffee und versucht einen Plan zu schmieden. Da kommt plötzlich ein türkisches Pärchen, das auch auf dem Zeltplatz ist auf Martin zu, sagen, dass sie Ärztin ist und fragen wer krank ist. Sie guckt Kati in den Hals und bestätigt die Diagnose Angina. Sie stellt ein handgeschriebenes Rezept aus, der Mann fährt mit Martin in die Apotheke und dann gibt es Penicillin. Ein Riesen-Zufall und ein sehr beeindruckender Beweis für die Hilfsbreitschaft der Leute hier. Jetzt muss Kati erst mal wieder auf die Beine kommen und Martin und die Kinder werden wohl mal an den Bezahlstrand gehen... :-)

30. Juni

Die Medikamente schlagen an, wir machen aber trotzdem noch einen Tag ruhig. Kati muss nicht mehr den ganzen Tag schlafen, so dass wir abends gemeinsam essen und Pläne für den nächsten Tag schmieden können. Wir wollen es noch nochmal mit Istanbul versuchen.

1. Juli Istanbul

Wir haben einen Stellplatz an der Kennedy Cassadi ausgekundschaftet (Internet fetzt), der unweit der Altstadt sein soll. So fahren wir nach dem Frühstück los und sind nach einer knappen Stunde dank Navi an Ort und Stelle. Der Stellplatz ist am Bosporus, neben einer Hauptstraße und Baustelle und hat eine üble Toilette. Gut für eine Nacht und bewacht. So können wir gleich losmarschieren, wir wissen ja wohin. Das macht es leichter als am Samstag.
Wir besichtigen die Zisterne (der Versunkene Palast) und die Blaue Moschee. Beides ist beeindruckend und sehenswert. Wir treiben uns noch ein wenig in der Umgebung rum, lassen uns von einem Teppichverkäufer belabern (angelockt durch die Schilder, dass er Briefmarken verkauft, die er auch hatte ... aber das ist eine lange Geschichte), essen Abendbrot in einer Gaststätte und schlumpern wieder zum Bus.
Wir sind verwirrt von der Stadt. Viele Menschen sind unterwegs, aber es ist nicht extrem laut oder hektisch und auf gar keinen Fall haben wir das Gefühl, es könnte gefährlich sein. Aber trotzdem sind wir etwas beklemmt ob der Frauen- und Männertrennung, überall hängen Bilder vom Staatschef (wie in der DDR) alle naselang ruft der Muezzinn zum Gebet. Kati wird abseits des Tourizentrums in ihrem Urlaubsdress immer irgendwie komisch/ missbilligend angeschaut - das gefällt uns definitiv nicht und so planen wir für den nächsten Tag ohne einen weiteren Stopp in der Türkei die Weiterfahrt nach Griechenland.

Info Zisterne / Versunkene Stadt
Info Blaue Moschee

2. Juli Alexandropolis

Wir reiten wieder in Europa ein und sind irgendwie erleichtert. In Alexandropolis ist ein schöner großer Zeltplatz mit hohen schattenspendenden Bäumen, Kneipe am Platz und hauseigenem Strand mit Liegen und Sonnenschutz. Was will man mehr.

3. Juli Kavala

Wir fahren an der Mittelmeerküste weiter Richtung Westen. Der Zeltplatz liegt recht weit hinter dem Strand, der vor Animation und lauter Musik nur so strotzt, aber wir machen es uns auf unserem Plätzchen gemütlich. Am Abend schwatzen wir noch mit einem Paar aus Nürnberg, die uns ein paar Badebuchten weiter westlich für ein Camp empfehlen.

4. - 6. Juli 50km hinter Kavala Richtung Thessaloniki

Tatsächlich sind an der Steilküste immer wieder Pisten zu Buchten am Strand. Manche sind zu anspruchsvoll für Bus und Fahrer. Letztendlich finden wir einen gut erreichbaren Strand, der logischerweise auch von Einheimischen gut frequentiert ist. Da Sonntag ist, reisen die aber alle irgendwann ab und so haben wir unser Traumcamp am Strand ganz für uns alleine. Da bleiben wir doch noch eine Nacht.

7. Juli Bulgarien Wildcamp bei Kresna an der Struma

Wir wollen ja wieder nach Rumänien, dafür müssen wir durch Bulgarien. Da die Strecke zu weit ist um einfach so durchzufahren, lassen wir uns von bulgarischen Campern vom Griechenlandstrand ein paar Empfehlung für Zwischenstopps in Bulgarien geben. Der erste Tipp ist schon mal schön: ein Biwakplatz für Wildwasserpaddler an der Struma bei Kresna. Paddler sind keine da - zum Frühstück überrascht uns aber eine Käfersuchreisegruppe aus Belgien, die mit schwerem Fotogepäck den kleinen Tierchen und sonstigen Auffälligkeiten zu Leibe rücken.

Info Kresna-Schlucht

8. Juli Fahrt nach Vratsa, Ledenika Höhle

Wir fahren weiter nach Vratsa und wollen die Ledenika Höhle besichtigen. Es ist 17 Uhr als wir ankommen und die Höhle hat schon zu. Wir schlumpern noch ein bisschen auf dem Geländer rum und schauen uns die Freilichttribüne an. Zum Abendbrot bekommen wir Besuch von Pferden und einem Esel... Hier ist was los. In der Nacht gewittert es ordentlich. Das ist ein ziemliches Spektakel auf 1000m Höhe.

Info Ledenika Höhle

9. Juli

Heute ist nun die Höhlenbesichtigung. Ohne Eis aber wieder eindrucksvoll, diesmal mit ziemlich sportlichen Wegen und Führung auch in englischer Kurzfassung. Danach fahren wir weiter in Richtung Rumänien. Wir wollen in Richtung Eisernes Tor und müssen vorher noch mal Zwischenparken. Nach einiger erfolgloser Sucherei nach einem Camp, stellen wir uns auf den Dorf/Sportplatz in einem kleinen Dorf. Die Familie, an deren Grundstück wir geparkt haben, lädt uns gleich mal zum Abendbrot ein. Martin war noch duschen und für morgen sind wir mit den Leuten zum Frühstück verabredet. Interessant.

10. Juli

Die Familie (Georghe und Liliana) ist so nett, dass sie uns gleich für nächstes Jahr wieder einlädt :-) und er will sich ein Übersetzungsbuch kaufen und deutsch lernen.
Eingedeckt mit Wein, Schnaps, Käse und Äpfeln fahren wir los zum "Eisernen Tor". Kati hatte keinerlei Vorstellung, war aber reichlich entgeistert, dass dieser Stausee das Ziel so manch angepriesener Donaufahrt sein soll. Aber hier gibt es Kneipen mit Blick auf die Donau und das gibt schon mal ein ganz anderes Bild von Rumänien. Wir entschließen uns kurzerhand bis Sibiu auf den Zeltplatz Ananas weiter zu fahren. KDas kppt auch hervorragend, trotz Bummelei hinter LKWs und höchst brisantem Fahrverhalten so mancher Rumänen.
So haben wir heute fast 8h im Auto verbracht, aber alles ging gut, keiner hat gequengelt und die Aussicht auf ein paar Tage auf dem Zeltplatz mit schönem Ausblick auf sanfte Hügel, warme Duschen, Waschmaschine mit Trockner und einem entspannten deutschen Paar als Zeltplatzbetreiber ist nicht das Schlechteste.

11.-14. Juli Cisnădioara (Michelsberg), Camping Ananas

Willkommen in Siebenbürgen. Das Rumänien hier ist wesentlich netter und entspannter als die Ecken im Norden, an denen wir waren. Wir haben uns Sibiu (hübsch aber teilweise auch noch ganz schön sanierungsbedürftig) und die Burg im Ort angeschaut, Wäsche gewaschen (3 Ladungen), die Kinder in den Pool gesteckt und mit unseren Nachbarn Sandra und Nigel aus GB stundenlang gequatscht (sehr lustige, interessante und nette Leute). Am Nachmittag des 14. Juli fahren wir nach Sighisoara auf einen Reiterhof; Überraschung für die Kinder.

Info Camping Ananas

15. Juli Ausritt Cross Country Horses, Fahrt zum Lac Ruganesti

Der Aufenthalt auf der Pferderanch war gemütlich, wir haben Abendbrot zusammen gegessen und danach noch ein bisschen gequatscht. Der Ausritt am nächsten Tag war schön – alle durften mal reiten.
Wir übernachten am Lac Ruganesti, ein kleiner Angelteich.

Info Cross Country Farm

16. Juli Weiterfahrt vom Lac Ruganesti in Richtung Timisoara, Stausee 50km östlich

Wildcamp an einem Stausee, na ja so richtig wild war es nicht, morgens kamen zwei Leute und haben einen kleinen Obolus eingesammelt.

17. Juli Timisoara

Wir landen auf einem überteuerten Zeltplatz (40€) und fahren am nächsten Tag in die Stadt rein, laufen eine Runde um den Opernplatz mit kleinen Straßencafés, essen ein Eis und beschließen, dass Rumänien nun ausgedient hat. Wir fahren weiter nach Ungarn.

Stadtinfo Timisoara/ Temeswar

18. Juli Szeged

Laut Plan gibt es zwei Zeltplätze hier, einer davon ein Nudistencamp. Auf dem ersten findet an diesem Wochenende ein LKW-Treffen mit Countrymusik statt und der zweite ist eben komplett nackig. Ein VW-Bus aus Tschechien mit 7 Jugendlichen fährt auch beide Plätze an und sie sind genauso unschlüssig wie wir. Die finden irgendwie noch einen anderen Platz in der Stadt am Fluss gegenüber von einem Schwimmbad.
Das ist hier fast optimal. Die Leute sind freundlich, das kleine Kneipchen hat leckere Chickenwings und es gibt nur zwei Mücken. Irgendwie punktet Ungarn.
Dafür bleiben wir vielleicht zwei Tage in Szeged, mal schauen.

20. Juli Szeged

Wir sind immer noch hier. Die gestrige Nacht war nicht so doll, weil zwei verschieden Discos wettgeifert haben und das alles in unmenschlicher Lautstärke. Ich frag mich wie die Besucher das überlebt haben. Die Tage sind so heiß, dass man es nur im Schatten oder im Wasser aushält. So haben wir es auch bisher nicht in die Stadt geschafft.
Tiefdruckgebiet Paula zwingt uns zum Umdenken. In den nächsten Tagen soll es in ganz Osteuropa ordentlich regnen, nur nicht an der kroatischen Küste. Was macht man da? Natürlich dorthin fahren. Wird eine Zweitagestour werden, es sind knapp 800km von hier. Könnte man natürlich durchfahren aber wenn wir morgen wieder ordentlich ausschlafen, dann vielleicht doch noch in Szeged ein Eis essen gehen, danach die Lebensmittelbestände aufrüsten, ist es von ganz allein 15 Uhr bis wir loskommen. Aber was soll´s, wir haben ja Urlaub oder?

21. Juli Camp Slapic, 50km südwestlich von Zagreb

Wir fahren was das Zeug hält, der Transit gibt alles und wir kommen tatsächlich 600km weit bis kurz hinter Zagreb. Dort steuern wir einen Zeltplatz an, es gibt noch einen Topf Nudeln, eine Backpfeife und es geht ab ins Bett.

22. Juli Starigrad, Paklenica Nationalpark (HR)

Der Wetterbericht hat für die nächsten Tage Sonne bei 25 Grad angesagt. Für Kroatien Ende Juli untypisch - für uns natürlich super. Daher haben wir uns entschlossen, den Paklenica NP anzusteuern, damit wir mal wieder ein bisschen rumwandern können.
Die Zeltplätze sind ziemlich voll (logisch, Hochsaison) aber wir finden etwas ganz brauchbares auf dem Camp der Nationalparkverwaltung. Wir verbummeln den Rest des Tages badend, lesend auf dem Platz und gehen abends noch Cevapcici essen. Der schnelle Vorstoß von Szeged nach Kroatien hat sich gelohnt :-)

23.-25. Juli Paklenica Nationalpark

Wir starten mittags zur Wanderung in die große Schlucht des NP. Wir haben Glück mit dem Wetter, es sind 25 Grad und bewölkt. An den folgenden Tagen ist es deutlich heißer, so dass an eine Wanderung mit Kindern nicht zu denken wäre. Aber dass es im Juli in Kroatien heiß sein kann, ist ja keine Neuigkeit ;-)
Wir waren schon vor 14 Jahren mit dem Motorrad hier und fanden es irgendwie nicht besonders beachtenswert, aber aus heutiger Sicht ist die Kombination von Berg und Meer ziemlich genial. Bis zum Nachmittag Bergwandern oder Klettern bis man keine Lust mehr hat und dann ab ins Meer. Abends bei lauem Lüftchen am Strand sitzen und am nächsten Tag das gleiche von vorn.
Wir sind jedenfalls auf großen und kleinen Bergwegen 5 Stunden unterwegs und abends auch ein bisschen kaputt.
Da das Wetter auf unserem Heimreisekorridor (Slowenien, Österreich) immer noch schlecht ist, bleiben wir einfach noch ein paar Tage am Strand und entschleunigen angestrengt :-)

Info Nationalpark Paklenica

26. Juli Ptuj (Slowenien)

Zwischenstopp auf dem Weg nach Wien, angepeilte Fahrtzeit von 3 Stunden leider auf Grund von Staus an den Mautstellen in Kroatien und der Grenze deutlich überschritten, so dass die Therme in Ptuj nur einen Kurzbesuch von uns bekommt.

27. Juli Klosterneuburg (Österreich)

Ankunft Klosterneuburg bei Wien nach sintflutartigen Regenfällen in Slowenien und einer ins Auto kotzenden Mascha

28. Juli Wien Stadtbesichtigung

Heute regnet es nicht mehr, wir fahren mit S-Bahn und U-Bahn ins historische Zentrum von Wien und schlendern kreuz und quer durch die Stadt. Der obligatorische Kaffeehausbesuch fehlt natürlich auch nicht. Neben den vielen historischen und sehr gut sanierten/erhaltenen Gebäuden fällt uns die Ruhe in der Stadt auf. Bis auf den Kern in der Altstadt am Stephansdom, wo viele Touristen durchgeschleust werden, ist es echt gemütlich. Auch die beeindruckende Dichte von Kneipen und Restaurants hat uns gefallen. Wieder mal eine Stadt, die man sich noch mal anschauen könnte. Die Frage ist nur, wann wir das alles machen sollen...

Info Info Schmetterlingshaus Wien

29. Juli Weiterfahrt in die Tschechei

Kleiner Teich mitten im Nichts südlich von Jihlava mit niederländisch geführtem Zeltplatz. Der Platz ist voll mit Niederländern. Was die hier alle wollen, fragen wir uns. Hier gibt es doch nichts...
Aber das Camp ist schön.

30. Juli Prag

Heute ist Ninas 7. Geburtstag! Und da wir immer noch nicht nach Hause wollen, schleichen wir uns langsam an Dresden an, das Ganze über Prag. Wir finden einen Stellplatz, gegenüber der Altstadt auf einer schmalen Halbinsel. Um in die Stadt zu kommen, muss man eine kleine Fähre nehmen.
Leider wird nichts aus der Stadttour, da kurz nachdem wir das andere Ufer erreichen, massiver Regen einsetzt. Wir harren eine ganze Weile auf einem Boot mit Eis und Bier aus, aber mit der Stadtrunde wird es leider nichts. So flitzen wir in einer Regenpause wieder zu unserem Stellplatz zurück.

31. Juli Prag-Dresden

Am Morgen ist der Regen vorüber und wir fahren noch mal in die Stadt, schlumpern durch die Innenstadt, genehmigen uns ein letztes Urlaubseis und dann fahren wir ganz schön wehmütig los. Nach Hause. Keiner will unbedingt dahin. Aber leider sind neuen Wochen auch irgendwann mal vorbei.

Und das war es nun?

Für uns war dieser Urlaub etwas ganz besonderes, das durften im Vorfeld auch viele unserer Freunde mehr als einmal hören ;-)
Ausschlaggebend war die Einschulung unserer großen Tochter im September 2014 und die damit verbundene Termin- und Zeitbindung für die nächsten Urlaubsjahre. Wir haben viele wunderschöne Ecken sehen dürfen, unterschiedlichste Nationalitäten und Glaubensrichtungen kennengelernt, Arm und Reich in Europa gesehen, Nationalstolz und Vorurteile anderer Menschen angehört, aber auch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit gegenüber Fremden erfahren.
Wir hatten Zeit uns als Familie zu fühlen und das 24 Stunden am Tag. Das ist nicht immer Urlaub, aber gut für alle und die Zeit danach. Wir hatten den Luxus, zu tun und zu lassen, was und wann wir wollten. Keine Termine und Forderungen, die erfüllt werden müssen, außer unserer eigenen.
Und so werden wir es auch in den nächsten Jahren tun, wenn auch leider in kürzerer Zeit.

Rumänien allgemein:

Das eine Rumänien gibt es nicht, es ist immer wieder unterschiedlich und das von Ort zu Ort.
Rumänien war eine Erfahrung, aber ich glaub nicht, dass ich hier noch mal herkomme. Aber wer weiß das schon?
Martin vielleicht mit seiner neuen KTM, um Schotterpisten zu fahren und Bier aus Literflaschen zu trinken. Für Kati haben die vielen Bauernhäuser und Gärten nichts romantisches, es zeugt von Armut, die Leute fahren nicht aus ökologischen Denken mit dem Pferdewagen, sondern weil sie sich sonst nichts anderes leisten können. Und das ist als Urlaubsland nicht schön. Ich muss mich nicht an der Armut anderer ergötzen.

Ein schönes Detail - es gibt viele Nussbäume als Straßenbegrenzung.
Ein weniger schönes Detail - an Tempolimits hält sich fast keiner.
BASF und Co. haben Felder gekauft oder gepachtet und pflanzen dort Mais mit verschiedenen Nummern an. Das wird doch wohl kein Genmais sein?

Ungarn allgemein:

Mann oh Mann, konnten die trinken! Und was hatten die 10 Leute des Eishockey-Fanclubs für Meinungen zu ihrem Ungarn, zu den Rumänen und zu Sinti und Roma. Kein Spaß war das. Aber eben auch eine Sichtweise der Dinge.

 

© pumpati 2014